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Sommerbibelfreizeit 2010
Es ergeht eine herzliche Einladung an dich!! Zur: Sommerbibelfreizeit mit oben genanntem Thema Wann: 23.-25.Juli 2010 Wo: Haus Saron in Wildberg Programm: Predigten, Vorträge, 
Gemeinschaft, Sport, Natur uvm.Kosten: 56Euro
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Predigt: 1.Samuel 15,1-16,23

Aug 15th, 2010

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Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer

Samuel aber sprach: Meinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn?
Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.
Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen,
dass du nicht mehr König seist.”

  1. Sam 15,22.23

Von welchem tragischen Ereignis wurde die letzte Lektion überschattet? Saul hatte das Opfer selbst dargebracht und verstieß damit gegen das Gebot Gottes. Er schaute auf das Volk, das dabei war wegzulaufen und hielt sich nicht an Gottes Gebot. Weil er in Wirklichkeit Gott selbst verworfen hatte, verwarf Gott Saul als König.

Aber Gott hat Saul nicht sofort vom Thron gestürzt. Obwohl Saul kein Herz für Gott hatte, erfahren wir durch das Ende von Kapitel 14 wie Gott ihn weiterhin als König gebraucht hat, ihn gesegnet und ihm Siege geschenkt hat. Wir sehen darin Gottes Geduld und Gottes Hoffnung für Saul. Gott gab Saul immer wieder Gelegenheit zu ihm umzukehren und eine neue Beziehung mit Gott einzugehen. Dies geschah 20 Jahre lang. Doch Sauls Herz blieb kalt. Nach mehr als 20 Jahren betrachten wir heute die letzte Chance für Saul. Gott gab ihm eine neue und zugleich letzte Gelegenheit, seinem Wort zu gehorchen. Wie hat Saul diese letzte Gelegenheit, Gott zu gehorchen und dadurch eine Liebesbeziehung zu ihm anzuknüpfen, wahrgenommen?

Teil I Gottes Gericht über Amalek und über Saul (15)

Saul bekam seine letzte Chance. Wie sah diese genau aus? Betrachten wir die Verse 1-3. Samuel erinnert Saul daran, dass er von Gott zum König gesalbt worden war. Mit diesem Hintergrund forderte Samuel ihn auf: „so höre nun auf die Worte des Herrn! So spricht der Herr Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus Ägypten zog. So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.“

Was hatten die Amalekiter Israel angetan? Mose erinnerte das Volk an diese Zeit: „Denke daran, was dir die Amalekiter taten auf dem Wege, als ihr aus Ägypten zogt: wie sie dich unterwegs angriffen und deine Nachzügler erschlugen, alle die Schwachen, die hinter dir zurückgeblieben waren, als du müde und matt warst, und wie sie Gott nicht fürchteten. Wenn nun der Herrn, dein Gott, dich vor allen deinen Feinden ringsumher zur Ruhe bringt im Lande, das dir der Herr, dein Gott, zum Erbe gibt, es einzunehmen, so sollst du die Erinnerung an die Amalekiter austilgen unter dem Himmel. Das vergiss nicht.“ (5.Mose 25,17-19)

Das Gericht über Amalek war bereits beschlossen; durch Saul sollte der Bann vollstreckt werden. Was tat Saul? Betrachten wir die Verse 4-9. Er schien willens zu sein, dem Befehl Gottes zu gehorchen. Er mobilisierte eine Armee, legte einen Hinterhalt und warnte die Keniter, mit denen Israel eine freundschaftliche Beziehung hatte, sich von den Amalekitern zu trennen, was diese auch taten.

Gottes Gericht war hart, sie erfüllte jedoch die Verheißung, die Gott Abraham gegeben hatte: „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen“. (1.Mose 12,3) Nach dieser Verheißung wurden die Keniter gesegnet, weil sie für Israel ein Segen gewesen waren. Doch die Amalekiter fürchteten Gott nicht und entschieden sich zu Feinden Gottes und zu Feinden des Volkes Gottes zu werden. Das fürchterliche Gericht Gottes wartet auf alle Feinde Gottes, ob es wie damals durch das Schwert geschieht oder heutzutage am jüngsten Tag. Deshalb setzen wir alles daran auf der Seite Gottes zu stehen und viele Menschen zu Gott zu führen, damit uns der Segen und nicht der Fluch Gottes trifft.

Wie verlief der Kampf? Saul war siegreich, er schlug die Feinde. Soweit so gut. Doch welche tragische Tatsache berichtet uns der Vers 9? „Aber Saul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und Rinder und das Mastvieh und die Lämmer und alles, was von Wert war, und sie wollten den Bann daran nicht vollstrecken; was aber nichts taugte und gering war, daran vollstreckten sie den Bann.“ Warum sind die Ereignisse im Vers 9 überaus fatal? Sie sind es, weil Gottes Befehl nicht erfüllt wurde. Saul und das Volk entschieden sich klar gegen den Willen Gottes. Sie ließen den König und das beste Vieh leben.

Wie sehr hat Sauls Ungehorsam Gott verletzt? Betrachten wir die Verse 10 und 11: „Da geschah des Herrn Wort zu Samuel: Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und meine Befehle nicht erfüllt.“ Es ist sehr wichtig, was Gott in diesem Vers sagt. Gott macht Saul zum Hauptverantwortlichen. Und das war er zweifellos. Er war König und Regent über das ganze Land. Und er hatte den Befehl Gottes erhalten. Somit stand er in der Pflicht, Gottes Willen in die Tat umzusetzen. Doch Saul hat sich von Gott abgewandt. Sauls Abwenden war aber kein plötzliches Fehlverhalten. Jeder macht mal einen Fehler, doch bei Saul war die Sache anders. Sein Ungehorsam war das Resultat seiner gottfremden Lebensweise, seiner eigenwilligen Lebensorientierung und seiner egoistischen Lebenseinstellung. Bereits die letzten 20 Jahre hatte Saul in Lieblosigkeit zu seinem Schöpfer verbracht; und das trotz des mannigfaltigen Segen Gottes. Gottes Segen und Sauls Ungehorsam stehen im krassen Gegensatz zueinander.

Saul hatte endgültig sein wahres Gesicht gezeigt. Er hatte kein Herz für Gott. Er wurde allein von seinen Interessen gesteuert. „Darüber wurde Samuel zornig und schrie zu dem Herrn die ganze Nacht.“ Wir sehen, wie enttäuscht Samuel über das erneute Scheitern Sauls war. Wenn ein Mensch eine neue Chance von Gott erhält, dann müsste er eigentlich alles daran setzen, diese auch wahrzunehmen, Gott danken, versuchen Gottes Herz zu verstehen und es sich zu eigen machen. Doch Saul hatte kein Herz für Gott.

Was tat Samuel, nachdem er die ganze Nacht zu Gott geschrien hatte? Betrachten wir die Verse 12ff. Samuel machte sich früh am Morgen auf um Saul zu begegnen. Welche Nachricht hörte er unterwegs? Saul hatte sich ein Siegeszeichen aufrichten lassen. Er war also stolz auf das was er geleistet hatte, anstatt Problembewusstsein für das was er nicht getan hatte, zu haben. Er baute Gott keinen Dankaltar, sondern sich selbst ein Siegeszeichen. Er suchte also Ehre für sich und nicht Ehre für Gott.

Welche verkehrte Worte richtete Saul an Samuel? Vers 13: „Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du vom Herrn! Ich habe des Herrn Wort erfüllt.“ Wie realitätsfremd lebte und redete Saul! Seine Worte und Handlungen offenbaren seine geistliche Blindheit. Wie weit hatte er sich von Gott, von Gottes Herz und von Gottes Willen entfernt!

Wie reagierte Samuel auf Sauls Worte? Betrachten wir Vers 14. Samuel dachte sich wohl: „Soso, du hast des Herrn Wort erfüllt, ja? Woher kommt dann das Brüllen der Schafe und Rinder?“ Wie nahm Saul dazu Stellung? „Saul sprach: Von den Amalekitern hat man sie gebracht; denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie zu opfern dem Herrn, deinem Gott; an dem andern haben wir den Bann vollstreckt.“ (15) Wie bewerten wir Sauls Antwort? Zunächst einmal schob er jegliche Verantwortung von sich. Es war das Volk, das agiert hatte, er selbst hatte damit nichts zu tun. Dieses Argument widerspricht aber ganz klar der Auffassung Gottes, der alle Dinge weiß. Außerdem gab Saul im Vers 24 zu, aus Furcht vor dem Volk gehandelt zu haben. Saul verdrehte die Dinge, um sich zu rechtfertigen. Außerdem hatte die Verschonung der Tiere ihr Gutes. Sie sollten dem Herrn geopfert werden. Nach dem Motto: „Das Ziel heiligt die Mittel.“ Doch fremde Schafe zu opfern bedeutet in Wirklichkeit, die eigenen Schafe verschonen zu können. Wenn man kein echtes Herz für Gott und für das Opfer hat, dann will man sehr gerne fremde Schafe opfern und nicht die eigenen.

Welche Lektion erteilte ihm Samuel? Vers 16: „Samuel aber antwortete Saul: Halt ein, ich will dir sagen, was der Herr mit mir diese Nacht geredet hat. Er sprach: Sag an!“ Daraufhin erinnerte Samuel den König daran, wer er früher gewesen war. Er war ein Niemand, doch durch Gottes Wahl wurde er König. Diese unverdiente Gnade Gottes hatte Saul offensichtlich vergessen. Er führte sich auf, als wäre er als König geboren. Hochmut war eines seiner großen Probleme. Und Ausdruck seines Hochmuts waren das Siegeszeichen und die Gefangennahme des feindlichen Königs als eine Art lebendige Trophäe.

Welches andere Problem hatte Saul? Gott hatte ihm klipp und klar befohlen: „Zieh hin und vollstrecke den Bann an den Frevlern, den Amalekitern, und kämpfe mit ihnen, bis du sie vertilgt hast!“ Und erneut stellte Samuel dem König die Frage: „Warum hast du der Stimme des Herrn nicht gehorcht, sondern hast dich an die Beute gemacht und getan, was dem Herrn missfiel?“ Sauls Ungehorsam schrie zum Himmel. Er hatte sich gegen das Wort Gottes entschieden. Er hatte getan was Gott missfällt.

Saul war hochmütig und ungehorsam, eine unsägliche Kombination! Sah er seine Schuld ein? Betrachten wir die Verse 20 und 21. In diesen Versen sagt er immer wieder: Ich habe gehorcht, ich habe den König hergebracht und habe den Bann vollstreckt. Doch in Wirklichkeit hatte er nicht gehorcht, er hätte den König nicht mit sich bringen dürfen und er hat den Bann auch nicht vollstreckt! Und erneut schob er die Verantwortung auf das Volk, sie hätten die Herden gebracht, um sie dem Herrn zu opfern.

Welche Wahrheit verkündete Samuel dem König letztendlich? Lesen wir die Verse 22 und 23: „Samuel aber sprach: Meinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern. Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König seist.“ Saul sollte endlich aufhören, sich wie ein kleines Kind zu benehmen, das durch Ausreden Rechtfertigung sucht. Er sollte aufhören zu behaupten, er hätte Gottes Befehl gehorcht. Und er sollte aufhören in seinem Ungehorsam eine Wohltat hineinzuinterpretieren. Sind für Gott Opfer und Gehorsam gleichwertig? Kann man sich eines vom beiden aussuchen? Sind Gedanken wie folgt legitim: „Bis gestern habe ich gehorcht, heute ist es mir zu anstrengend, deshalb bringe ich lieber ein Opfer dar.“ „Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer“. Das bedeutet nicht, dass Opfer schlecht ist, im Gegenteil. Das Opfer ist gut und notwendig. Es zeigt, dass man an Gott glaubt, dass man Gottes Schuldner ist. Man brachte Schuld- und Sühneopfer dar, weil der Mensch Gottes Maßstab nicht erreichen kann. Wir bringen Dankopfer, weil Gott uns seine Gnade erweist. Wie kann man aber Opfer bringen, ohne Gott gehorsam zu sein? Das ist ein Widerspruch. Unser Gehorsam ist nämlich der Ausdruck unseres Glaubens. Denn wir gehorchen nicht blind wie eine Maschine; das gefällt Gott nicht. Unser Gehorsam ist ein „Ja“ und ein „Amen“ zum Willen Gottes. Es ist ein Glaubensbekenntnis, das schreit: „Ja Herr, du hast den besten aller Pläne, dein Wille überragt alle Menschen und die ganze Welt, dem will ich mich fügen“. Der Wille zum Gehorsam geschieht also nicht widerwillig, sondern von ganzem Herzen. Was bedeuten hingegen Wiederstreben und Ungehorsam? Samuel vergleicht Ungehorsam mit dem abscheulichen Götzenkult der kanaanitischen Völker. Genauso wie ihre Abgötterei Gottes Verwerfung und Gericht zur Folge hatte, würde auch Sauls Ungehorsam Gottes Verwerfung und Strafgericht zur Folge haben. So verkehrt und so schlimm ist Ungehorsam aus der Sicht Gottes. Wir benötigen somit eine reale Sensibilität, damit wir unseren Ungehorsam nicht relativieren oder verharmlosen, wie Saul. Wir brauchen wahre Erkenntnis und sie wird uns durch das Wort Gottes gegeben. Möge Gottes Wort unsere Herzen tiefgehend ansprechen.

Samuels Kritik und Zurechtweisung waren so scharf wie ein zweischneidiges Schwert. Nun konnte sich Saul beim besten Willen nicht mehr rechtfertigen. Was tat er stattdessen? Betrachten wir die Verse 24ff. „Da sprach Saul zu Samuel: Ich habe gesündigt, dass ich des Herrn Befehl und deine Worte übertreten habe; denn ich fürchtete das Volk und gehorchte seiner Stimme. Und nun, vergib mir die Sünde und kehre mit mir um, dass ich den Herrn anbete.“ Seine Worte klingen gut, doch steckte mehr dahinter? Hätte Saul ein aufrichtiges und bußwilliges Herz gehabt, dann wäre Samuel mit großer Freude mit ihm gegangen. Doch Sauls Motive waren zweifelhaft, deshalb wollte Samuel nicht mit ihm gehen. Vers 30 lautet: „Saul aber sprach: Ich habe gesündigt; aber ehre mich doch jetzt vor den Ältesten meines Volks und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den Herrn, deinen Gott, anbete.“ Nach wie vor suchte Saul Ehre vor den Menschen. Er verlangte von Samuel ihn vor dem ganzen Volk zu ehren. Wir können wirklich keine ernsthafte Betroffenheit seinerseits feststellen. Er war wirklich weit vom Herzen Gottes und von einer wirklichkeitsnahen Einschätzung seines verkehrten Lebens entfernt.

Warum ging Samuel dennoch mit ihm? Samuel tat was Saul hätte tun müssen. Als letzter Richter Israels machte er dem König der Amalekiter den Prozess. Und Vers 35 lautet: „Und Samuel sah Saul fortan nicht mehr bis an den Tag seines Todes. Aber doch trug Samuel Leid um Saul, weil es den Herrn gereut hatte, dass er Saul zum König über Israel gemacht hatte.“

Wir sehen, mit welchen Schmerzen Samuel belastet war. Saul hatte beste Gelegenheiten gehabt ein treues Leben vor Gott zu führen. Er hatte in Samuel den besten Bibellehrer seiner Zeit, er hatte Priester um sich herum, die ihm Orientierung gaben, er hatte die Wirksamkeit des heiligen Geistes erfahren, er hatte wiederholte Ermahnungen empfangen, er hatte wirklich die besten Rahmenbedingungen für ein gutes, geistliches Leben. Natürlich ist es auch nicht so, dass Saul als König tatenlos geblieben ist. Er hat ein umfangreiches religiöses Leben geführt. Er tat sehr vieles, doch das Entscheidende fehlte ihm, nämlich das Herz für Gott. Trotz seiner umfangreichen religiösen Aktivitäten entschied er sich für ein selbstverherrlichendes Leben, anstatt für die Ehre Gottes zu leben. Alles was er tat hatte demnach überhaupt keine Bedeutung vor Gott. Das ist wirklich tragisch. War es denn schwer Gott zu gehorchen? Eigentlich ganz und gar nicht! Er hätte einfach nur einen Befehl geben müssen und fertig. Warum konnte er jedoch nicht gehorchen? Er konnte es nicht, weil er kein Herz für Gott hatte. Das ist wirklich traurig. Samuel trauerte um Saul, weil Saul geistlich tot war.

Teil II Gott erwählt David (16)

Samuel trauerte. Welches Wort richtete Gott an ihn? Betrachten wir Vers 1: „Und der Herr sprach zu Samuel: Wie lange trägst du Leid um Saul, den ich verworfen habe, dass er nicht mehr König sei über Israel? Fülle dein Horn mit Öl und geh hin: ich will dich senden zu dem Bethlehemiter Isai; denn unter seinen Söhnen hab ich mir einen zum König ersehen.“ Samuel sollte aufhören weiter um Saul zu trauern, denn Gottes Werk ging weiter. Gott hatte einen neuen Mann bzw. einen Jugendlichen nach seinem Herzen auserwählt.

Was geschah des Weiteren? Betrachten wir den Text. Samuel sollte nach Bethlehem gehen und eine junge Kuh opfern. Dadurch würde er dem Werk Gottes dienen und vor Saul bewahrt bleiben. Auf welche Art und Weise hat Gott den zukünftigen König erwählt? Betrachten wir die Verse 6-13. Gott veranstaltete keine Castingshow. Die Söhne Isais brauchten ihr Können nicht unter Beweis zu stellen. Gott erwählte nicht den Größten, nicht den Schnellsten, nicht den Stärksten, auch nicht den Ältesten. Im Gegenteil. Nach welchem Kriterium hat Gott den künftigen König erwählt? Lesen wir den Vers 7: „Aber der Herr sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der Herr auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“ Unsere Augen können uns verführen. Doch bei Gott gilt kein Ansehen der Person. Gott erwählte den Jüngsten, der gerade dabei war die Schafe zu hüten. Gott erwählte David, weil er ein Jugendlicher nach dem Herzen Gottes war. Als man David holen ließ, heißt es: „Und der Herr sprach: Auf, salbe ihn, denn der ist’s. Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn geriet über David von dem Tag an und weiterhin. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama.“ (12.13)

Wie sahen Gottes weitere Pläne für Saul und David aus? Betrachten wir die Verse 14-23. Während David mit dem heiligen Geist Gottes erfüllt wurde, wurde Saul von einem bösen Geist geängstigt. Was können wir dadurch über Gott erfahren? Jesus Christus sprach in Mk. 4,25: „Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, dem wird man auch das nehmen, was er hat.“ Gott hatte Saul seinen Geist gegeben, als dieser demütig vor ihm lebte. Doch als Saul hochmütig und ungehorsam wurde, wich der Geist Gottes von ihm und stattdessen ängstigte ihn ein böser Geist. Doch David, der ein Mann nach dem Herzen Gottes war, empfing den Geist Gottes. Die entscheidende Frage ist, welche Herzenseinstellung ein Mensch vor Gott hat. Sind wir wie Saul oder sind wir wie David? Lieben wir uns selbst mehr als alles andere oder lieben wir Gott über alles? Der Herr schaut auch in unser Herz. Und er allein vermag es unsere Herzen zu entrümpeln. Er vermag es unsere Herzen zu reinigen.

Eigentlich war Saul einst auch ein Mann nach Gottes Herzen. Doch seine Entwicklung nahm einen anderen Verlauf, als die von David. Saul fing demütig an, sein Herz erhob sich aber zunehmend und schließlich klammerte er sich an sein Königtum und wurde voller Mordgedanken. David hingegen ist als der bedeutendste König Israels in die Geschichte eingegangen. Zeit seines Lebens war er ganz und gar ein Mensch nach dem Herzen Gottes. Gott hat alle späteren Könige mit David verglichen. Doch das bedeutet nicht, dass David sündenfrei gelebt hätte. Obwohl David ein Mann nach dem Herzen Gottes war, fiel auch er in Sünde. Doch im Gegensatz zu Saul bat er Gott flehentlich: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.“ (Ps. 51,12.13) Lasst uns also in Buße und Glaubensgehorsam zu Gott kommen. Diese Haltung erfreut Gott und er wir uns reichlich segnen, wird uns mit seinem heiligen Geist erfüllen, damit wir ein Leben lang treu von ihm wandeln können.

Der böse Geist diente auch dazu David an den Hof zu bringen, erst als Musiker, dann als Waffenträger. Langsam aber sicher setzte Gott sein Werk fort. Nicht schlagartig, sondern in langsamen Schritten würde David König über Israel werden.

Was der heutige Text deutlich macht ist die Tatsache, dass Gottes Werk nie aufhört. Wenn Menschen ihm gehorchen, dann freut sich Gott darüber und stärkt sie, wenn sie aber Gott verwerfen, muss auch Gott sie verwerfen und sucht sich neue Menschen aus. Somit hört Gottes Werk nie auf. Für uns ist es lebenswichtig, wie wir Gott begegnen, mit Gehorsam oder mit Widerwillen, mit Hingabe oder mit Ärgernis, mit Dank oder mit Trotz. Gott vollbringe sein gutes Werk in uns!

Ich lerne, dass meine Existenz von meiner Herzenseinstellung Gott gegenüber abhängt. Gehorsam oder Ungehorsam bedeuten für mich Leben oder Tod. Doch die entscheidende Frage, die sich mir stellt, ist, wie ich einen gottgefälligen Gehorsam aufbringen kann. Gefällt es Gott, wenn ich ihn pflichtmäßig oder mit Zwang oder Wiederwillen gehorche? Ganz sicher nicht. Vielmehr möchte Gott, dass ich seinen Willen und sein Herzensanliegen verstehe. Ich soll das Herz Gottes begreifen, aus welchem er zu mir spricht. Nachdem ich Gottes Herz begriffen habe, soll ich erkennen, dass Gott voller Güte und Herrlichkeit ist, dass er ganz anders ist als ein Mensch, dass sein guter Wille alles überragt, was in dieser Welt zu finden ist. Im Anschluss soll ich mich mit meinem ganzen Wesen, mit meinem ganzen Willen und meinem ganzen Gemüt hinter dem Willen Gottes stellen und ihn mit großer Freude, Bereitschaft und Hingabe erfüllen. Das gefällt Gott und das fordert er von mir. Möge Gott mir in dieser Hinsicht helfen, ein Leben lang in Gehorsam und Ehrerbietung zu leben.

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Fragebogen 1.Samuel 17,1-58

Aug 15th, 2010

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Ich aber komme zu dir
im Namen des Herrn Zebaoth

David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß,
ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels,
den du verhöhnt hast.”

1.Sam 17,45

  1. Wer war Goliat, wie sah er aus und wie verhöhnte er Israel (1-10)? Wie reagierte Israel darauf und warum (11)?
  2. Wie kam David zum Kriegsplatz (12-22)? Wie betrachtete David Goliat und Israel (23-27)?
  3. Welchen Lohn versprach Saul dem, der Goliat erschlagen würde (25)? Wie wurde David von Eliab, seinem ältesten Bruder, verachtet (28)? Woran zeigt sich, dass sich David dadurch nicht entmutigen ließ (29.30)?
  4. Wie ermutigte David den König Saul und welche Entscheidung teilte er ihm mit (31.32)? Wie hatte sich David als Hirte um seine Schafe gekümmert und welche Zuversicht hatte er dadurch (33-37)?
  5. Was war Davids Waffe (38-40)? Wie betrachtete Goliat David (41-44)? Was war Davids Stärke (45-47)?
  6. Wie wurde Goliat besiegt (48-51)? Was für einen Sieg gab Gott Israel an diesem Tag durch David (52-58)?
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Predigt: 1.Samuel 13,1-14,52

Aug 8th, 2010

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Gottes Herz wich von Saul

Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten.”

(1.Sam 13,13.14)

Letzte Woche haben wir Samuels Abschiedsrede betrachtet. Darin hat sich Samuel als ein frommer Mann gezeigt, der bis zum Ende seines Lebens Gott liebte und nach dem geistlichen Wohl seines Volkes strebte. Wegen dem Begehren des Volkes hatte Samuel Saul als König über Israel eingesetzt. Saul hätte eigentlich ein würdiger Nachfolger Samuels werden und langfristig über Israel regieren sollen. Aber sein Königtum dauerte nicht lange, weil Gottes Herz von Saul wich. Warum wich Gottes Herz von Saul, den Gott berufen hatte? Lasst uns heute die Antwort auf diese Frage finden! Gott helfe uns, aus Sauls negativem Beispiel für uns eine positive Konsequenz zu ziehen!

Teil 1: Der Beginn des Krieges gegen die Philister (13,1-14)

Was das äußere Geschehen anbelangt, handelt unser heutiger Text hauptsächlich von dem Krieg der Israeliten gegen die Philister. Wie kam es zu diesem Krieg? Betrachten wir den Text. Die Verse 1 und 2 berichten darüber, dass Saul nach dem Sieg über die Ammoniter nicht alle Israeliten nach Hause entließ, sondern sich eine ständige Armee von dreitausend Mann zulegte, von denen zweitausend bei Saul und eintausend bei seinem Sohn Jonatan blieben. Dadurch wollte Saul offenbar seine Macht absichern und hatte gleichzeitig eine gewisse Sicherheit gegen die Philister, die immer mehr Druck auf Israel ausübten.

Betrachten wir Vers 3. Eines Tages kämpfte Jonatan gegen die Wache der Philister in Gibea und erschlug sie. Gibea liegt mitten in Benjamin, hier erfahren wir, dass die Philister bis weit in das Gebiet Israels hinein militärische Stützpunkte errichtet hatten, mit denen sie Israel kontrollierten und unterdrückten. Doch während Saul diesen Zustand erduldete, versuchte Jonatan, etwas gegen die Unterdrückung zu unternehmen. Daraufhin versammelten sich die Philister zum Kampf gegen Israel. Vers 5 beschreibt ihre militärische Stärke, nämlich dreitausend Wagen, sechstausend Gespanne und Fußvolk, soviel wie Sand am Ufer des Meeres – es war eine riesige, gut ausgerüstete Armee mit moderner Waffentechnik. Sie zogen herauf und lagerten sich bei Michmas, das mitten im Gebiet von Benjamin liegt.

Wie war der Zustand der Israeliten, die sich zum Kampf versammeln sollten? Vers 6 sagt: „Als aber die Männer Israels sahen, dass das Volk in Gefahr und Bedrängnis war, verkrochen sie sich in die Höhlen und Klüften und Felsen und Gewölbe und Gruben.“ Als die Israeliten das hochgerüstete Heer der Philister sahen, verkrochen sie sich, anstatt sich auf den Kampf gegen die Feinde vorzubereiten. Sie hatten eine katastrophale Kampfmoral. Etliche desertierten und setzten sich im Gebiet östlich des Jordans ab (7a). Das Volk, das nicht weglief, sondern sich bei Saul in Gilgal versammelte, war voll Angst (7b).

Was tat Saul? Er wartete in Gilgal zunächst auf Samuel, der angekündigt hatte, nach sieben Tagen dorthin zu kommen und Brandopfer und Dankopfer zu opfern (10,8). Als Samuel nicht nach Gilgal kam, begann das Volk von Saul wegzulaufen (8). Saul geriet in eine schwierige Situation. Dass immer mehr Männer von ihm wegliefen, war kein geringes Problem angesichts des bevorstehenden Kampfes. In dieser Situation sollte Saul sein Vertrauen auf Gott setzen, der ihn als König eingesetzt hatte, und durch den Glauben an Gott weiter auf Samuel warten. Doch was tat Saul? Vers 9 sagt: „Da sprach er: Bringt mir her das Brandopfer und die Dankopfer. Und er brachte das Brandopfer dar.“ Saul entschied sich, selbst das Brandopfer darzubringen. Warum war das ein sehr ernstes Problem? Das Darbringen von Opfern ist der Weg, den der heilige Gott den sündigen Menschen eröffnet hatte, durch den sie zu ihm kommen und ihre Beziehung zu ihm wiederherstellen konnten. Beim Darbringen von Opfern geht es also unmittelbar um die Heiligkeit Gottes. Darum hat Gott die Darbringung der Opfer im Gesetz sehr genau geregelt und darin eindeutig festgelegt, dass nur die Nachkommen Aarons, die als Priester gesalbt waren, berechtigt waren, Opfer vor ihn zu bringen. Dass Saul es dennoch wagte, selbst Brandopfer darzubringen, war eine krasse Missachtung Gottes in seiner Heiligkeit.

Warum beging Saul diese Sünde? Als er von Samuel zur Rede gestellt wurde, sagte er: „Ich sah, dass das Volk von mir wegzulaufen begann, und du kamst nicht zur bestimmten Zeit, während doch die Philister sich schon in Michmas versammelt hatten. Da dachte ich: Nun werden die Philister zu mir herabkommen nach Gilgal, und ich habe die Gnade des Herrn noch nicht gesucht; da wagte ich’s und opferte Brandopfer“ (11.12). Saul spricht hier ständig über die Situation, in der er sich befand – dass das Volk von ihm wegzulaufen begann, dass Samuel noch nicht gekommen war und dass die Philister sich schon in Michmas versammelt hatten. Saul wusste, dass Gottes Wort ihm verbot, Gott Opfer darzubringen, weil er kein Priester war. Aber Saul hörte nicht auf Gottes Wort, sondern hörte vielmehr auf die Stimme der Situation, die sein dringendes Handeln verlangte. Schließlich gab er dem Druck der Situation nach und brachte selbst das Brandopfer dar, um seinen Männern ein Gefühl der Zuversicht zu verschaffen und sie dazu zu bewegen, bei ihm zu bleiben. So missbrauchte er das heilige Opfer Gottes für politische Zwecke und verachtete durch seine Anmaßung Gottes Heiligkeit in krasser Weise.

Was sagte Samuel über Sauls Verhalten? Welche Folge würde Sauls Ungehorsam haben? Betrachten wir die Verse 13-14: „Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten.“ Samuel bezeichnete Sauls Verhalten als töricht und tadelte es als Ungehorsam gegenüber dem Gebot des Herrn. Sauls Ungehorsam würde schwerwiegende Folgen haben. Gott hatte zwar vorgehabt, Sauls Königtum über Israel für und für zu bestätigen; aber nun würde sein Königtum nicht bestehen, sondern an einen Mann nach Gottes Herz übergehen. Gottes Herz war von Saul gewichen! Wie schlimm ist es, wenn das Herz eines Mannes von seiner Ehefrau weicht! Wie schlimm ist es für Kinder, wenn ihr Vater aufhört, sie zu lieben, und er sich nur noch für seine Karriere oder seine Hobbys oder für eine andere Frau und deren Kinder interessiert! Doch wie viel schlimmer ist es, wenn Gottes Herz von einem Menschen weicht. Aber gerade das geschah bei Saul.

Warum wich Gottes Herz von Saul? Vers 14 sagt: „Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten.“ Diese Worte besagen indirekt, dass Saul ein Mann geworden war, der nicht nach Gottes Herzen war. Wie können wir das verstehen? Wir können nicht sagen, dass Saul sich bis dahin wie ein gottloser Mann völlig unmöglich verhalten hätte. Saul bemühte sich, seine Aufgaben als König zu erfüllen und sich dabei moralisch korrekt zu verhalten und auch die religiösen Regeln und das Gesetz zu halten (wir lesen im heutigen Text zum Beispiel, dass Saul auch fastete, dass er Gott einen Altar baute und dass er Gott befragte, ob er in den Kampf ziehen sollte, als der Priester ihn dazu aufforderte). Aber als es darauf ankam, handelte Saul nicht nach Gottes Wort, sondern nach dem, was ihm selbst in der Situation vorteilhaft erschien. Er erzeigte sich als ein Mensch, der im Zweifelsfall der Situation und seinen eigenen Gedanken folgt anstatt dem Willen Gottes. So erwies sich Saul als ein Mensch, der nicht nach Gottes Herz war.

Wenn wir Gott und Saul mit einem Ehepaar vergleichen würden, war Saul wie ein Ehepartner, der seine Aufgabe erfüllt, zum Beispiel zu kochen, einzukaufen, und die Kinder zu versorgen und/oder arbeiten zu gehen, der seinen Ehepartner aber nicht liebt und das alles nicht vom Herzen für ihn tut, sondern nur aus Pflichtgefühl. Saul bemühte sich, seine Aufgabe als König zu erfüllen, aber er tat dies eher wie ein Angestellter, der seine Pflicht erfüllt, nicht vom Herzen für Gott. Kurz gesagt fehlte Saul die Liebe zu Gott. Saul hatte anders gesagt in seinem Herzen kaum Raum für Gott. Stattdessen war sein Herz voll mit eigenen Gedanken, zum Beispiel darüber, was die Menschen von ihm denken, Gedanken an seinen eigenen Vorteil, an den Erhalt seiner Macht usw. – Wie anders war dagegen David, der ein Mann nach Gottes Herz war. David liebte Gott und trachtete immer danach, Gott zu gefallen, sowohl als er als ein Flüchtling leben musste, als auch, als er jahrzehntelang ein mächtiger König war. Einmal zum Beispiel, als die Bundeslade gebracht wurde, tanzte David aus Freude darüber mächtig vor dem Herrn, obwohl er dabei von anderen, sogar von seiner Frau verachtet wurde. Aber David ging es nicht um sein eigenes Ansehen bei den Menschen, sondern ihm war vor allem anderen wichtig, durch all sein Tun Gott zu gefallen. Einmal schlief Saul, der David mit seinen Soldaten jahrelang verfolgte, zufällig gerade in der Höhle, in der David und seine Männer sich versteckt hatten. Die Situation schien wie dafür gemacht, dass David sich endlich an seinem Verfolger rächen und seinen Mordversuchen ein für alle Mal ein Ende machen würde. Auch Davids Männer forderten ihn dazu auf, Saul umzubringen. Aber David weigerte sich strikt, Saul irgendetwas anzutun, weil er Gott liebte und niemals wagen wollte, gegen den Gesalbten des Herrn etwas zu tun. David handelte nicht nach der Situation, sondern trachtete in jeder Situation danach, Gottes Willen zu tun. Denn David liebte Gott und wollte immer Gottes Herz erfreuen.

Was sollen wir hier lernen? Auch wir befinden uns manchmal in Situationen, die von uns ein bestimmtes Handeln verlangen, das aber nicht dem Wort Gottes entspricht, ähnlich wie Saul, dem die Leute davon liefen und der versucht war, deshalb ausnahmsweise selber das Brandopfer darzubringen. Wenn uns zum Beispiel unsere Freunde zu etwas einladen, von dem wir wissen, dass es Gott nicht gefällt, und wir Angst haben, dass wir ihre Anerkennung verlieren, wenn wir nicht mitmachen, ist der Druck, mitzugehen, groß. Wenn wir für eine wichtige Prüfung noch viel lernen müssen, fordert die Situation uns dazu auf, unsere Gemeinschaft mit Gott in der Stillen Zeit, beim Bibelstudium oder bei der Bibelfreizeit zu reduzieren oder ausfallen zu lassen. Oder wenn wir eine Arbeitsstelle benötigen und eine attraktive Stelle angeboten bekommen, mit der wir aber nicht unsere Aufgabe in Gottes Werk in Einklang bringen können, dann sind wir versucht, mit unserer Berufung Kompromisse zu machen, um uns die „gute Chance“ nicht entgehen zu lassen. Oder wenn jemand schon eine Weile für den richtigen Ehepartner betet, Gott ihn aber noch nicht gezeigt hat, während andere Gleichaltrige oder Jüngere in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis schon geheiratet haben, verlangt diese Situation scheinbar, sich ab sofort aktiv auf die Suche zu machen, anstatt weiter auf Gott zu warten. Es ist nicht leicht, dem Druck solcher Situationen standzuhalten. Es ist vor allem nicht leicht, dem Druck bis zum Ende standzuhalten. Saul konnte sieben Tage lang dem Druck der Situation standhalten, aber am letzten Tag, kurz bevor Samuel tatsächlich kam, gab er dem Druck nach und brachte selbst das Brandopfer dar und verachtete dadurch Gottes Heiligkeit in einer Weise, die Gott nicht akzeptieren konnte. Wenn der Druck der Situation groß ist, ist man leicht geneigt, Kompromisse einzugehen und diese zu verharmlosen oder zu rechtfertigen. Dann kann uns sogar der völlig irrelevante Gedanke, dass es eben eine besondere Situation sei und dass unser Vorhaben garantiert eine einmalige Ausnahme sein soll, wie ein triftiges Argument vorkommen. Aber wir müssen uns klar sein, dass gerade in solchen schwierigen Situationen unser Glaube geprüft wird. Gerade in den Situationen, in denen es uns nicht leicht fällt, nach Gottes Wort zu handeln, soll sich unser Glaube bewähren und reifen. Gerade in solchen Entscheidungssituationen sollen wir uns als Männer und Frauen nach dem Herzen Gottes erweisen. Saul bestand an jenem Tag seine Prüfung nicht; und das war keine kleine Sache, sondern hatte zur Folge, dass Gottes Herz von ihm wich. Auch viele in unserer Zeit, die Gottes Berufung empfangen und den Weg des Glaubens eingeschlagen haben, haben in einer kritischen Situation dem Druck der Situation bzw. ihrem eigenen Verlangen nachgegeben und haben mit dem Glauben einen Kompromiss geschlossen und haben so mehr oder weniger bewusst ihre Berufung verleugnet und den eingeschlagenen Glaubensweg verlassen. Darum ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir gerade auch in schwierigen Situationen unseren Glauben festhalten und nicht auf die Stimme der Situation hören, sondern allein auf die Stimme Gottes hören und konsequent danach handeln, und zwar nicht nur am Anfang, sondern bis zum Ende des siebten Tags – bis Gott selbst gehandelt und unseren Glauben als richtig bestätigt hat. Durch unser konsequentes Leben aus Glauben auch in schwierigen Situationen sollen wir uns als Männer und Frauen nach dem Herzen Gottes erweisen und Gott ehren und seinen großen Segen im Leben empfangen. Möge Gott jedem von uns dabei helfen, nicht auf die Stimme der Situation zu hören, sondern auf sein Wort zu hören und konsequent danach zu leben! Möge Gott uns helfen, uns so bis zum Ende unseres Lebens als Männer und Frauen des Glaubens zu erweisen! Möge er unser Leben dadurch reichlich segnen!

Teil 2: Jonatans Heldentat und Israels Sieg (13,15-14,52)

Was tat Saul, nachdem er die tadelnden Worte Gottes durch Samuel gehört hatte? Der Vers 15 berichtet, dass Saul von Gilgal nach Gibea in Benjamin zog und dort das Volk musterte. Hier wird nichts davon berichtet, dass Saul für seine Sünde Buße getan oder sie mindestens bereut hätte, wir finden auch nicht eine leise Andeutung dafür. Vielmehr machte Saul weiter, als ob nichts passiert wäre. Sicherlich musste er sich auf den Kampf gegen die Philister vorbereiten. Aber die Tatsache, dass Saul auf den Tadel durch Gottes Knecht offenbar nicht reagierte, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Saul nicht ein Mann nach Gottes Herzen war.

Betrachten wir weiter den Text. Nach Vers 15 waren die Männer, die bei Saul waren, etwas sechshundert Mann. Wie klein war diese Truppe im Vergleich zu dem Heer der Philister, deren Soldaten zahlreich wie Sand am Meer waren. Die Verse 17 und 18 berichten, dass die Philister nun drei Heerhaufen losschickten, um das Land zu verheeren. Erschwerend kam hinzu, dass die Israeliten keine richtigen Waffen hatten; denn die Philister hatten den Israeliten die Ausübung des Schmiedehandwerks untersagt und verlangt, dass sie ihre Ackergeräte von den Schmieden der Philister anfertigen und reparieren ließen (19-21). So wurde, als der Tag des Kampfes kam, kein Schwert oder Spieß in der Hand des ganzen Volks gefunden, nur Saul und sein Sohn hatten Waffen (22). Menschlich betrachtet sah es so aus, als ob die Israeliten den Krieg schon verloren hätten, bevor er begonnen hatte.

Was tat Jonatan in dieser Situation? Betrachten wir Kap. 14. Während Saul in dieser Situation mit seinen Männern aus Furcht tatenlos sitzen blieb, wagte Jonatan, eine Wache der Philister an einer Felsklippe anzugreifen und so die Übermacht der Philister herauszufordern. Aus welcher Motivation heraus konnte er das wagen? Er sagte zu seinem Waffenträger im Vers 6: „Komm, lass uns hinübergehen zu der Wache dieser Unbeschnittenen! Vielleicht wird der Herr etwas für uns tun, denn es ist dem Herrn nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.“ Jonatan konnte in der aussichtslosen Lage etwas unternehmen, weil er auf den allmächtigen Gott vertraute, der auch durch wenig viel bewirken kann.

Was passierte, als Jonatan durch seinen Glauben die Wache der Philister an der Felsklippe angriff? Obwohl ihre Ausgangsposition ungünstig war, half Gott Jonatan und seinem Waffenträger, die Wache der Philister von etwa zwanzig Mann zu besiegen (13.14). Und das war nur der Anfang. Denn Gott segnete den Schritt aus Glauben, den Jonatan getan hatte, in großartiger Weise und wirkte gewaltig für die Israeliten. Vers 15 berichtet: „Und es entstand ein Schrecken im Lager und auf dem freien Felde; und das ganze Kriegsvolk, die Wache und die streifenden Rotten erschraken; und die Erde erbebte. Und so geschah ein Gottesschrecken.“ Gott bewirkte, dass in der gesamten Armee der Philister Schrecken und Chaos entstanden. Als Saul, der keine Ahnung hatte, was passiert war, zum Kampfplatz kam, stellte er fest, dass bei den Philistern eines jeden Schwert gegen den andern ging und ein großes Getümmel herrschte (20). Auch die Hebräer, die vorher bei den Philistern gewesen und mit ihnen ins Feld gezogen waren, gingen nun zu Sauls Leuten über und kämpften auf ihrer Seite. Alle Männer, die sich aus Angst verkrochen hatten und hörten, dass die Philister flohen, kamen aus ihren Verstecken heraus und jagten ihnen im Kampf hinterher. Zusammenfassend heißt es im Vers 23a: „So half der Herr Israel an diesem Tage.“ Jonatan hatte eine einzige Tat durch seinen Glauben getan und zwanzig Männer auf der Klippe angegriffen. Aber Gott war so froh über diese eine Tat aus Glauben, dass Gott daraufhin das ganze Volk segnete und ihnen im Kampf gegen das Heer der Philister mächtig half.

Was tat Saul inmitten des Kampfes? Vers 24 sagt: „Und als die Männer Israels in Bedrängnis kamen an jenem Tage, belegte Saul das Volk mit seinem Fluch und schwor: Verflucht sei jedermann, der etwas isst bis zum Abend, bis ich mich an meinen Feinden räche! Da aß das ganze Volk nichts.“ Saul belegte das Volk mit einem völlig unnötigen, folgenschweren Fluch. Wir erfahren nicht, warum Saul das tat. Vielleicht wollte er durch diese pseudo-geistliche Aktion sich selbst und anderen beweisen, dass er doch ein geistlicher Mensch und guter König war. Aber wir erfahren klar, dass Sauls Motivation völlig ichbezogen war. Er verbot dem Volk bis zum Abend etwas zu essen, damit er sich an seinen Feinden rächen könnte. Saul war König geworden, aber er lernte nicht, die Dinge, mit denen er zu tun hatte, aus Gottes Sicht zu sehen und im Hinblick auf das Volk, sondern lebte weiterhin ichbezogen. Es ging Saul nicht so sehr um die Ehre Gottes und das Wohl seines Volkes als vielmehr um seine verletzten Gefühle, seinen Wunsch nach Rache und letztlich um seine eigene Ehre. Ein Mensch mit so einer Gesinnung kann Gott nicht gefallen.

Was waren die Folgen? Die Verse 25-30 berichten darüber, dass Jonatan, der Sauls Schwur nicht bekommen hatte, etwas Honig aß und so unwissentlich dagegen verstieß. Zu welcher Sünde wurde danach das Volk verführt? Als das Volk bis zum Abend kämpfte, ohne etwas essen zu dürfen, wurden sie sehr matt. Als sie ihren Hunger nicht mehr aushalten konnten, fielen sie über die Beute her und schlachteten Rinder und Schafe und aßen das Fleisch mit dem Blut, was Gott im Gesetz ausdrücklich verboten hat. Saul versuchte, weitere Sünde des Volks zu verhindern, indem er schnell organisierte, dass die Tiere vorschriftsmäßig geschlachtet wurden. Aber es ist fraglich, ob Saul bewusst war, dass das ganze eine Folge von seinem unbedachten Fluch war.

Betrachten wir die Verse 36-46. Saul wollte noch in derselben Nacht den Philistern nachjagen und sie völlig besiegen. Doch auf den Vorschlag des Priesters hin befragte er zuerst Gott, ob Gott sie in ihre Hände geben würde. Als Gott darauf nicht antwortete, ließ Saul das Los werfen, um den Schuldigen dafür zu finden, und kündigte an, dass der Schuldige sterben müsse, selbst wenn es sein Sohn Jonatan wäre. Als dann das Los tatsächlich auf Jonatan fiel und der erklärte, dass er etwas Honig gegessen hatte, sagte Saul: „Gott tue mir dies und das; Jonatan, du musst des Todes sterben!“ (41) Dieses Wort zeigt nochmals, wie weit Saul von Gottes Herz entfernt war. Durch seinen völlig unangebrachten, ungeistlichen Schwur hatte Saul das ganze Problem verursacht. Doch anstatt das einzusehen und Buße zu tun, war Saul willens, seinen eigenen Sohn zu töten, um sein eigenes Wort nicht zu brechen. Er wollte sein eigenes, unverantwortliches Wort treu halten, während er andererseits leichtfertig gegen Gottes Gebot verstieß. Saul war wirklich ein Mann, der Gottes Herz nicht kannte und nicht danach lebte. Nur durch den entschiedenen Widerspruch des Volks wurde Jonatans Leben gerettet.

In diesem Kapitel haben wir gesehen, dass Gott auf die kleine Glaubenstat Jonatans hin Israel mächtig geholfen und ihnen einen großen Sieg gegeben hat. Dadurch hat Gott seine Liebe zu seinem Volk und seinen inständigen Wunsch gezeigt, ihnen irgendwie gegen ihre Feinde zu helfen, die sie unterdrückten und ausplünderten. Aus dieser Motivation heraus hat Gott auch Saul nicht sofort abgesetzt oder verstoßen, sondern hat ihn weiterhin für die Befreiung seines Volkes gebraucht. Betrachten wir dazu die Verse 47 und 48, in denen zusammenfassend Sauls Königsherrschaft beschrieben wird: „Als Saul die Königsherrschaft über Israel erlangt hatte, kämpfte er gegen alle seine Feinde ringsumher: gegen die Moabiter, die Ammoniter, die Edomiter, gegen die Könige Zobas und gegen die Philister. Und wo er sich hinwandte, da gewann er den Sieg. Und er vollbrachte tapfere Taten und schlug die Amalekiter und errettete Israel aus der Hand aller, die es ausplünderten.“ Obwohl Sauls Einstellung und sein Verhalten Gott gegenüber verkehrt geworden waren, hat Gott ihn noch jahrelang erduldet und ihn regieren lassen, um durch ihn sein Volk von ihren Feinden zu befreien, die sie hart bedrängten und ausplünderten. Hier sehen wir Gottes Weisheit, mit der er sein Erlösungswerk in der Geschichte führt und dafür selbst einen Mann wie Saul gebrauchte. Wir sehen auch große Liebe und sein herzliches Mitleid mit seinem Volk und seine Langmut mit einem eigensinnigen Sünder.

Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort, 13,13.14: „Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten.” Möge Gott uns helfen, auch in schwierigen Situationen auf Gott zu hören und ihm zu folgen und uns so als Menschen nach Gottes Herz zu erweisen!

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Fragebogen: 1.Samuel 15,1-16,23

Aug 8th, 2010

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Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer

Samuel aber sprach: Meinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn?
Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.
Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen,
dass du nicht mehr König seist.”

Sam 15,22.23)

  1. Was gebot Gott Saul durch Samuel (15,1-3)? Wie ging Saul mit Gottes Wort um (4-9)? Was war Sauls Problem, und mit welchen Argumenten versuchte er, sich zu rechtfertigen (10-15)?
  2. In welcher Hinsicht war das eine große Sünde vor Gott (17-22)? Womit ist diese Sünde vergleichbar (23)?
  3. Welchen Grund nannte Saul für seinen Ungehorsam (24)? Was war die Folge seiner Sünde (23.26)? Wie vernahm er diese Botschaft, und woran hing sein Herz selbst in so einer Situation (25-31)?
  4. Was tat Samuel und warum (32.33)? Welche Wirkung hatte Sauls Ungehorsam auf Samuel (34.35)?
  5. Wen salbte Gott anstelle von Saul (16,1-13)? Was sah Gott dabei an (7)? Was geschah mit Saul (14-23)?

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