Predigt: Johannes 20,1-18

Mai 31st, 2010

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Ich fahre auf zu meinem Vater
und zu eurem Vater

Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater
und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“

(17b)

Am letzten Sonntag haben wir erfahren, wie Jesus sein Werk vollbracht hat. Er hat alles das erfüllt was nach dem Ratschluss Gottes vorgesehen war, um uns Menschen die Tür zum Himmelreich zu öffnen. Insbesondere trug er die Leiden, Schmach und Schmerzen die ihm als unschuldigen Lamm Gottes zugefügt wurden. Seine Leiden haben wir verdient, aber bereitwillig nahm er es an unserer Stelle auf sich. Nach seinem Ausruf des Sieges „Es ist vollbracht“ und seinem qualvollen Tod folgte seine Grablegung. Doch das war nicht das Ende. Heute nun sehen wir, wie der Verfasser Johannes selbst die Auferstehung Jesu erlebte und das bezeugte, was er gesehen hatte. Dabei spielt Maria von Magdala eine wichtige Rolle, denn sie ist der erste Mensch dem der vom Tod auferstandene Jesus begegnete. Gerade ihr gab sich Jesus zuerst zu erkennen und nicht den Top-Jüngern Petrus und Johannes. Lasst uns durch die Betrachtung diese Abschnitts darüber nachdenken warum dies so geschah.

I. Das leere Grab (1-10)

Die Beschreibung der Auferstehung Jesu ist hier sehr nüchtern und konzentriert sich die Be­schrei­bung des Tuns der einzelnen Personen und der Umgebung, anstatt die Auferstehung dogmatisch festzulegen. Der Verfasser möchte den Lesern die Ge­legen­heit lassen, selbst zur Erkenntnis zu kommen, dass Jesus tatsächlich von den Toten auf­er­standen ist. So beginnt er hier mit einer Zeit und Ortsangabe: „Am ersten Tag der Woche kommt Maria von Magdala früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weg war.“ (1). Seit der Kreuzigung und dem Tod Jesu waren nun schon 3 Tage ver­gangen. Es war der nun 1. Tag der Woche, also Sonntag. Es war noch früh morgens vor dem Aufgang der Sonne als sich Maria von Magdala auf den Weg zum Grab Jesu machte. Maria war eine Jüngerin Jesu. Früher hatte Jesus sie von vielen bösen Geistern befreit. Wie Jesu Mutter und auch einige andere Frauen bleib sie bei ihm und diente ihm und den Jüngern auf verschiedene Weise. Selbst während seines Todes am Kreuz und auch danach bei seiner Grablegung wich sie nicht von seiner Seite, worauf uns zwei Stellen aus den anderen Evangelien hinweisen. So heißt es: Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. (Joh 19,25). Es heißt auch: Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde.“ (Lk 23,55) Was lässt uns das über Maria von Magdala erkennen? Wir sehen hier ihren großen Wunsch auch in ihrer Trauer bei Jesus zu sein und ihm aus Dankbarkeit, Hingabe und Liebe zu dienen. Gerade sie wurde die erste Zeugin der Auferstehung Jesu, denn ihr begegnete Jesus zuerst. Was musste sie mit Entsetzen feststellen als sie zum Grab kam? Sie sah, dass der große Stein nicht mehr vor dem Grab lag! Sehen wir uns in Vers 2 ihre weitere Reaktion an: „Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte“ (2a). Fassungslos läuft sie wieder weg, um Petrus und Johannes ihre Entdeckung zu verkündigen. Obwohl sie nicht im Grab war trifft sie die Schluss­folger­ung: „Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ (2b) Als Petrus und Johannes das hörten machten sie sich sofort auf den Weg zum Grab, um zu sehen was wirklich geschehen war.

Spontan fand ein Wettlauf statt. Johannes, der jüngere lief Petrus voraus und kam zuerst zum offen Grab. Doch er geht nicht hinein, sondern bleibt draußen stehen und sieht von dort in das doch ziemlich dunkle Grab hinein, weil er sich fürchtete oder sich einfach nicht unrein machen wollte. Er sah aber, dass der Leichnam Jesu nicht mehr da war. Es lagen nur noch die Leinentücher da mit denen Jesus eingewickelt war. Endlich kam auch Petrus. Im Gegensatz zu Johannes ging er ohne Zögern ins Grab. Was sah er im Grab? Über die Leinen­tücher hinaus konnte er auch das Schweißtuch sehen, das den Toten ums Haupt gebunden wurde. Unerwarteter Weise war das Schweißtuch aber nicht bei den anderen Tücher. Es lag an einer anderen Stelle und war ordentlich zusammengerollt. Als Johannes schließlich auch in das Grab ging konnte er sich ein Bild von der Situation im Grab machen. So sind beide Jünger Zeugen für das leere Grab, die Leinentücher und das Schweißtuch. Warum weißt uns Johannes auf diese Gegen­stände hin? Er tat dies, damit wir selbst zur Erkenntnis kommen können, dass Jesus auferstanden ist. Die Beschreibung der Situation führt uns dazu die Auferstehung Jesu als eine geschichtliche Tatsache annehmen zu können. Wenn Jesus gestohlen worden wäre sollten die verschiedenen Tücher nicht mehr da sein, denn welchen Sinn macht es den Toten aus den Leinentüchern zu nehmen, geschweige denn das Schweißtuch mit Geduld schön aufzuwickeln und dann an einer anderen Stelle abzulegen.

Es ist also naheliegend anzunehmen, dass Jesu Leichnam nicht gestohlen wurde. Doch was dann? Zu welcher Schlussfolgerung kam Johannes in dieser Situation, als er im Grab stand? Vers 8 sagt, dass er „glaubte“. Natürlich glaubte er nun Marias Aussage, dass Jesu Leichnam nicht mehr da war. Aber ob er in guter oder schlechter Absicht aus dem Grab genommen wurde, war auch nicht schlüssig. Wahrscheinlich erinnerte er sich dunkel daran, dass Jesus als er noch lebte davon sprach, dass er auferstehen würde. So wollte er nicht ausschließen, dass Jesus auf­er­standen sein könnte. In seinem Herzen dämmerte der Glaube an Jesu Auferstehung. Lesen wir zusammen Vers 8: „Da ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war, und sah und glaubte.“ Sein Glaube basierte vor allem auf seiner menschlichen Wahr­nehm­ung. Er hätte sich riesig freuen können, weil Jesus von den Toten auferstanden war. Aber sein Glaube war nicht so tragfähig, um seinem Leben neue Kraft und Freude zu geben. Sein Glaube konnte ihm nicht helfen sein Leben nun anders zu führen. Später in Vers 10 sehen wir, dass er einfach wieder heimgehen musste.

Was sagte Johannes selbst darüber, warum er sich nicht über die Auferstehung Jesu freuen konnte? Betrachten wir Vers 9: „Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste.“ Hier sagt Johannes, dass er die Schrift noch nicht verstand und deshalb seinem Glauben an die Auferstehung Jesu die Kraft fehlte. Das Verständnis der Schrift und die Kenntnis der Tatsachen gehören zusammen. Jedes für sich hat keine verändernde Wirkung auf das praktische Leben.

Was meinte Johannes mit der Schrift? Natürlich hatte er zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges der Evangelien. Er meinte hier die jüdischen Schriften, die wir in unserm alten Testament finden. Konkret dachte Johannes hier wahrscheinlich an die Stelle in Jesaja Kapitel 53, in dem schon Jahr­hunderte zuvor die Leiden Jesu und deren Bedeutung beschrieben werden. So heißt es dort in den Versen 9 bis 12: Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. So wollte ihn der Herr zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, dafür daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.”

Auch wusste Johannes, dass Jesus die Tatsache, dass Jona 3 Tage im Bauch des Fisches war dahingehend deutete, dass er auch 3 Tag im Schoß der Erde liegen und dann wieder lebendig werden würde. Jesus sprach zu den Schriftgelehrten und Pharisäern: „Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.“ (Mt 12,39.40) Weiter erklärte Jesus den Sadduzäern, dass es eine Auferstehung gibt. Jesus schimpfte mit ihnen: „Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht: »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.“ (Mt 22,31.32)

Aus der Schrift kann also die Schlussfolgerung gezogen werden, dass Jesus von den Toten auf­er­stehen musste. Doch weil die Jünger die Schrift noch nicht verstanden, konnten sie die Indizien des leeren Grabes nicht dem tatsächlich geschehenen Ereignis der Auferstehung Jesu zuordnen. Lasst uns Gott danken, der uns hilft, jede Woche eine Lektion eines Bibeltextes zu studieren und auch persönlich dazu Stellungnahme zu schreiben, um die Schrift gut zu kennen.

Bevor ich zum Bibelstudium kam war ich zwar nicht ganz ungläubig, aber ich kannte die Be­deu­tung der Schrift, d.h. der Bibel, nicht richtig. Deshalb litt ich sogar unter den Zweifel, ob Gott über­haupt existiert. Aber das Bibelstudium offenbarte mir den Schöpfergott. Ich lernte auch den Gott Abrahams kennen, der ihn zur Erlösung aller Menschen berufen hat. Durch diese Gnade stehe ich sogar heute hier, um Gottes Wort zu predigen.

II. Jesus gibt sich Maria von Magdala zu erkennen (11-18)

Was tat Maria, als die beiden Jünger weg gegangen waren? Lesen wir Vers 11 und 12: „Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten.“ (11.12). Maria bleib weiter beim Grab und weinte. Sie konnte nicht einfach wie Petrus und Johannes nach Hause gehen. Sie wollte unbedingt den Leichnam Jesu finden. Sie war zwar nicht so ein großes Vorbild für den Auf­er­steh­ungs­glau­ben, aber sie war wir­klich treu und liebte Jesus bis zum Ende. Gott segnete ihre Treue, indem er ihr durch die Engel half und auch, indem sich er ihr persönlich offenbarte.

Maria schaute ins Grab, um sich alles genau anzuschauen. Im Grab waren plötzlich zwei Per­sonen in weißen Ge­wän­dern die da saßen wo Jesus lag. Obwohl die beiden Gestalten so besonders aussahen, konnte sie nicht wahrnehmen, dass es Engel waren. Sie war so in ihrer Traurigkeit gefangen, dass sie die Herrlichkeit der Engel nicht erkannte. Wie wollten ihr die Engel helfen? Einer der Engel fragten sie: „Frau, was weinst du?“ (13a). Er fragte sie nach dem Grund ihrer großen Traurigkeit, um ihr die Augen zu öffnen, dass es für die Traurigkeit keinen Grund gibt. Doch Maria klagte nur: „Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ (13b). Maria‘s Gedanken waren nur bei dem Leichnam Jesu. Sie wollte ihn so gerne finden und salben. Das könnte ihr Herz etwas beruhigen, das hoffte sie zumindest. Welches Mitleid müssen die Engel mit Maria gehabt haben. Sie wussten, dass Jesus auferstanden ist aber Maria nicht, obwohl sie doch beim leere Grab stand.

Weil sie Jesus im Grab nicht finden konnte und es auch sonst keinen Hinweis gab „wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist.“ (14b). Maria wollte nun vom Grab weggehen und ihn vielleicht im Garten zu suchen. Doch der auferstandene Jesus kam ihr entgegen und begann das Gespräch mit der gleichen Frage wie einer der Engel: „Frau, was weinst du? Wen suchst du?“ (15a). Die herrliche Begegnung mit zwei Engeln konnte den Schleier der Trauen nicht von ihren Augen nehmen. Nun wollte ihr, der mit Herrlichkeit auferstandene Jesus, der der König ist, helfen, damit ihre Augen für die Realität geöffnet würden. Doch der Text sagt uns über ihre Gedanken: „Sie meint, es sei der Gärtner“ (15b). Wie? Wie konnte Maria Jesus mit einem Gärtner verwechseln. War es immer noch so dunkel? War nicht schon genug Zeit vergangen, damit es Tag werden konnte und das auch in Maria‘s Herz? Hier wird sichtbar, wie stark sie von ihren Gedanken geleitet wurde und wie wenig diese mit der Realität und Offenbarung Gottes zu tun hatten. Obwohl sie nun Jesus sah und hörte erkannte sie ihn nicht, sondern sie dachte vor ihr stünde der Gärtner. In ihrer Unkenntnis fragte sie den auferstandene Jesus: „Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen.“ (15b) Was Maria dachte und redete gab wirklich keinen Sinn. Wie tief muss sie in ihren eigenen Gedanken versunken gewesen sein? Wie untröstlich war sie sogar noch als sie vor Jesus stand, den sie doch suchte? Wie könnte Jesus ihr noch helfen, ihn zu erkennen? Was tat Jesu in seiner göttlichen Weisheit und Kenntnis des Herzens von Maria? Lasst uns Vers 16 lesen: „Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!“ (16). Als Jesus sie mit ihrem Namen rief wurde ihr Herz aus der tiefen Trauer herausgerissen, wie wenn Jesus sie aus einem bösen Albtraum aufweckte. Ihr Leben wurde schlagartig von der tiefsten Trauer hin zur größten Freude verändert.

Hier wird uns klar, dass das wonach ein Mensch sucht, eine große Bedeutung für sein Leben hat, weil dadurch sein Lebensziel und seine Sichtweise bestimmt wird. Als Maria den toten Jesus suchte konnte sie nicht einmal Jesus erkennen, der von den Toten auferstanden und neben ihr war. Dies ist kein kleines Problem. Das Evangelium hatte sich hier in voller Kraft entfaltet, indem Jesus am Kreuz für die Sünde der Menschen starb und die Todesmacht durch die Auferstehung besiegt hat. Im Himmel muss die große Engelschar gejubelt haben, weil das der Augenblick war, ab dem die Menschen frei von der Verdammnis des Sündentodes in das Reich Gottes einströmen werden. Das ist die geistliche Realität die hier offenbart wird. Aber Maria war voll Trauer. Sie war ziemlich weit von dieser Realität entfernt. Wie gesagt, ist der Glaube eine Antwort auf die Offenbarung Gottes. Aber hier sehen wir an Maria, dass sie die offenbarte Realität nicht erfasst und deswegen trotz der Auferstehung Jesu so traurig war.

Wie ihr wisst, bin ich ein Schwabe und irgendwie bin ich auch darauf stolz, denn gewöhnlicher Weise haben Schwaben viele tugendhaften Eigenschaften, aber leider auch einige schlechte, die ich bedauerlicherweise auch habe. So muss ich alles prüfen, um sicher zu sein, oder anders gesagt, neige ich zum zweifeln und dabei bin ich auch noch stur. Vor allen Dingen neige ich auch dazu, mich auf meine Gedanken zu verlassen. Das hemmte bei mir lange Zeit das Glaubens­wachstum. Weil ich fast so stur bin wie Maria und mich auf meine eigene Gedanken verlasse, kann ich mich hier gut mit ihr identifizieren, die nach ihren Gedanken den toten Jesus suchte, wobei sie dem Auferstandenen Jesus ignorierte. So bin auch ich ziemlich abhängig von meinem Vorurteil und meiner subjektiven Sichtweise. So habe ich erkannt, dass mein Glaube nicht auf meiner subjektiven Sicht der Dinge gebaut sein soll. Nicht meine Gedanken stehen im Mittelpunkt, sondern Gottes Offenbarung. Mein Glaube ist vielmehr das Ver­bin­dungs­stück zwischen dem bereits offenbarten Willen Gottes in seinem Wort und den ge­schicht­lichen Tatsachen, die sich nach dem Plan Gottes erfüllt haben und auch noch erfüllen werden, weil Gott den gesamten Überblick hat. Mein Glaube ist die Antwort auf Gottes Offen­bar­ung­en in der Geschichte und in seinem Wort. Wir sollen uns von subjektiven und voreingenommenen Gedanken befreien lassen und die geistliche Realität wahrnehmen. Wir sollen nicht versuchen Gottes Werk und seinen Willen in unsere eigenen Gedanken einzupressen. In Jesaja 55,8.9 heißt es: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“

Was sagte der auferstandene Jesu zu Maria, was sie nun tun sollte. Sehen wir uns Vers 17 an: „Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ (17). Maria sollte zu den Jüngern gehen und ihnen die Auferstehung Jesu bezeugen. Dabei sagte Jesus zum ersten Mal, dass die Jünger seine Brüder sind. Das war die Auswirkung des Werkes Jesu. Durch Jesu Tod und Auferstehung hat sich grundlegendes an er Beziehung zwischen Jesus und den Jüngern verändert. Zuallererst sind Sie zu Jesu Brüdern geworden. So wurden sie auch zu Gottes Kindern und Erben, die mit Jesus auf Thronen sitzen werden. Jesus betonte auch, dass Gott nicht nur sein Vater, sondern auch der Vater der Jünger ist. Die Jüngern konnten nun auch direkt zu Gott ihrem Vater beten. Kurz gesagt sind sie durch eine Art von Adoption in die himmlische Familie aufgenommen worden und erhielten als größtes Privileg das ewige Leben bei Jesus im Himmelreich. Darin, dass sie zu Jesu Brüdern wurden ist der Sinn und das Ziel von Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung. Was tat Maria darauf hin? Sie gehorchte dem Wort und ging hin und sagte den Jüngern die Worte Jesu und erzählte ihnen voll Freude von der Begegnung mit den lebendigen und auferstandenen Jesus.

Wie können wir, die wir ca. 2000 Jahre nach der Auferstehung leben an sie glauben? In diesem Bibelabschitt erfahren wir, dass das Zeugnis der Auferstehung, den Jüngern, also auch uns, helfen soll an die Auferstehung zu glauben. So sehen wir, dass Jesu anstatt den Jüngern direkt selbst zu begegnen Maria sandte. Auch Maria selbst begegnet Jesu nicht sofort, sondern sie fand zuerst das leere Grab und später die Engel als Zeugen der Auferstehung. Hierdurch wird mir deutlich, dass das Entstehen des Glaubens an Jesus, den auferstanden Christus, nicht mit spektakulären Auftritten Jesu geschah, sondern z.B. durch die Verkündigung Maria‘s und dadurch, dass sie das leere Grab sahen. In unsere Zeit wird Jesus auch uns nicht mehr leibhaftig begegnen. Der Glaube der Christen durch die Jahrhunderte begründet sich auf den Zeugnissen von Maria und den Aposteln in der Form der Evangelien. Jesus möchte, dass der Glaube aus der Erkenntnis kommt; aus der Erkenntnis, dass sich Gottes Plan nach seinem Ratschluss erfüllt. So sind wir in der richtigen geistlichen Verfassung dem Auferstandenen eines Tages persönlich zu begegnen. Lasst uns also das Zeugnis der Bibel annehmen und fest im Glauben an die Auferstehung bleiben.

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