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Predigt: 1.Könige 8,1 – 10,29

Jan 22nd, 2012

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Die Einweihung des Hauses Gottes

Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, Herr, mein Gott, damit du hörest das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir”

(1.Kön 8,28).

Was bisher geschah: Salomo wurde zum König gesalbt, als sein Vater noch lebte, weil sein Bruder Adonija sich selbst zum König ausgerufen hatte. Vor seinem Tod ermahnte David seinen Sohn Salomo, nach dem Willen des Herrn zu leben, damit Gottes Verheißung, immer einen Mann auf dem Thron Davids zu haben, in Erfüllung ginge. Salomo betete zu Gott und bat um Weisheit. Gott freute sich und segnete ihn reichlich. Als Salomos Königreich reicher und herrlicher war als alle anderen Königreiche, fing er an dem Herrn ein Haus zu bauen. 7 Jahre hatte Salomo am Haus Gottes gebaut und weitere 13 Jahre an seinen Königshäusern. Nach ganzen 2 Jahrzehnten des Bauens und der Vorbereitung fanden die mühevollen Arbeiten ein herbeigesehntes Ende. Das Haus Gottes war bereitet. Nun stand der wichtigste Schritt bevor. Gott sollte in sein Haus einziehen.

Was würdest du machen, wenn du ein herrliches Haus für den Herrn gebaut hast. Wie würdest du zu Gott beten? Wie würdest du ihn einladen, in sein Haus einzuziehen? Und was würdest du danach tun, nachdem Gott eingezogen ist?

Lasst uns schauen, was Salomo tat, wofür er betete und mit welcher Haltung und wie Gott auf seine Gebete geantwortet hat. Möge der heutige Text zum großen Segen für uns werden, zu lernen, welche Bedeutung der Tempel für uns hat und mit welcher Haltung wir mit dem Herrn der Herrlichkeit zusammenleben sollen.

I. Salomos Gebet (Kap 8 )

Das Haus Gottes, der Tempel des Herrn, war bereitet. Wen rief Salomo zusammen? Betrachten wir Verse 1-3. Salomo versammelte alle Ältesten, alle Stammeshäupter und Sippenoberen nach Jerusalem und es kamen noch viel mehr. „Alle Männer“ versammelten sich mit den Priestern, „um die Lade des Bundes des Herrn heraufzubringen aus der Stadt Davids, das ist Zion“. Salomo vermied einen Alleingang. Es war wirklich ein landesweites Ereignis, von höchster nationaler Priorität, zu dem das Volk zusammen kam.

Welche Bedeutung hat die Lade des Bundes des Herrn? „So brachten die Priester die Lade des Bundes des Herrn an ihren Platz in den Chorraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim.“ (6) Die Lade war das heiligste Heiligtum, der wichtigste Gegenstand, das sich im Besitz des Volkes befand und für die Lade war das Allerheiligste im Tempel reserviert. Nichts anderes war vergleichbar mit der Bundeslade des Herrn, denn die Lade selbst beinhaltete das wertvollste Dokument mit der wichtigsten Botschaft für das Volk Gottes. „Und es war nichts in der Lade als nur die zwei steinernen Tafeln des Mose, die er hineingelegt hatte am Horeb, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit Israel schloss, als sie aus Ägyptenland gezogen waren.“ (9)

Warum waren die Bundestafeln von essentieller Bedeutung für das Volk? Ohne die 10 Gebote, die auf den Bundestafeln geschrieben standen und den Inhalt des Bundes zwischen Gott und dem Volk darstellen, war Israel ein unbedeutendes Sklavenvolk unter zahlreichen Völkern, die prächtiger und herrlicher waren. Ihr Leben hatte den erbärmlichen Zweck, ihrem Gebieter, dem Pharao, Ziegelsteine zu brennen. Es gibt wahrlich edlere Bestimmungen, für die man sein Leben einsetzen kann. Aber Israel konnte sich selbst nicht befreien. Doch Gottes starker Arm holte zu einem unvergleichlichen Befreiungsschlag aus und Brach förmlich das halsstarrige Genick des Pharaos und öffnete Israel den Weg zur Freiheit, auf unnachahmliche Weise, nämlich direkt durch das rote Meer. Und dort in der Wüste, auf dem Berg Sinai, machte Gott dem Volk, das Gott in der Bibel als seine Braut bezeichnet, den herrlichsten und schönsten Heiratsantrag, den man sich vorstellen kann.Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ (2.Mose 19,4-6a) Es gab viele Völker auf der Erde, doch Gott erwählte Israel als seine Braut. So etwas hatte die Welt noch nicht erlebt. Es war als würde der edelste Prinz, voller Reichtum und Herrlichkeit, einer Sklavin mit verstaubten Kleidern und bescheidenem Aussehen einen Antrag machen. Israel ging den Bund des Lebens mit Gott ein, der in Stein gemeißelt, in der Bundeslade aufbewahrt war. Aus dem Sklavenvolk wurde Gottes eigenes Volk. Aus dem Volk der Ziegelsteine wurde die königliche Priesterschaft und das heilige Volk. Und nun trugen die Priester diese Lade in das Allerheiligste des Tempels, begleitet von Tieropfern „so viel, dass man sie nicht zählen noch berechnen konnte.“ (5)

Was geschah, als die Priester aus dem Heiligen gingen? Betrachten wir Verse 10 und 11: „Als aber die Priester aus dem Heiligen gingen, erfüllte die Wolke das Haus des Herrn, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke, denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn.“ Gott akzeptierte sein Haus. Seine Herrlichkeit erfüllte den Tempel, so dass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten. (Stellt euch vor, die Herrlichkeit des Herrn würde diesen Raum erfüllen, so dass ich kein Wort mehr lesen kann). Wenn die Herrlichkeit Gottes einkehrt, herrscht Ausnahmesituation und nichts ist mehr wie in den Jahren und Jahrzehnten zuvor. Lasst uns vor der Herrlichkeit des Herrn innehalten und ihn anbeten.

Was tat Salomo, nachdem die Herrlichkeit des Herrn das Haus erfüllt hatte? Betrachten wir Verse 12ff. Salomo staunte über Gott und wünschte sich, dass Gott ewiglich im Haus wohnen würde. „Und der König wandte sein Angesicht und segnete die ganze Gemeinde Israel und die ganze Gemeinde Israel stand.“ (14) (Wir sitzen aber die ganze Gemeinde stand.)

Wie segnete der König sein Volk? Sein Segensgebet fing mit Lobpreis an. >Herr du hast uns aus Ägypten befreit und du hast Jerusalem als einzige Stadt für dein Haus erwählt und das ist ein Novum, das hat es noch nie gegeben. Du hast es getan, damit dein Name dort wohnen möge. Und Herr, du hast dein „Wort wahr gemacht“ (20), das du meinem Vater David gesagt hast.< Daraufhin breitete Salomo seine Hände aus gen Himmel (22) und ging auf seine Knie (54) und sprach am Altar des Herrn: „Herr, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen…Mit deinem Mund hast du es geredet und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage.“ (23.24) Salomo pries Gott, weil Gott wahrhaftig ist. Menschen reden viel und oft ist viel Unsinn dabei. Doch auf Gottes Wort ist Verlass. Seine Hand tut, was sein Mund sagt. Gott ist wahrhaftig und treu.

Welche Verheißung musste sich noch erfüllen? Verse 25 und 26. Gott hatte David zugesagt, immer einen seiner Söhne auf dem Thron Israels zu setzen. Allerdings hatte diese Verheißung eine wichtige Bedingung und Gott hatte David diese Bedingung genannt: „wenn nur deine Söhne auf ihren Weg Acht haben, dass sie vor mir wandeln, wie du vor mir gewandelt bist.“ Gott möchte, dass wir vor ihm wandeln. Dann werden sich alle herrlichen Verheißungen Gottes erfüllen. Auch wir haben die großartigsten Verheißungen unter allen Menschen empfangen, nämlich Gottes Kinder zu heißen und Erben des Allmächtigen zu sein. Doch Gottes Verheißung hängt davon ab, ob wir vor Gott wandeln oder nicht. Lasst uns in diesem Sinne genauso ernsthaft einstimmen in Salomos Gebet im Vers 28, das lautet: „Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, Herr, mein Gott, damit du hörst das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.“ Bereiten wir uns heute im Gebet vor. Lasst uns Gott anflehen, damit Gottes Herz berührt wird und seine Gnade mit uns ist. Wie schön ist es, ein Leben lang vor Gott zu wandeln und die Erfüllung aller Verheißungen zu erfahren, die Gott gegeben hat. Gott erhöre unser Gebet.

Welche speziellen Gebetsanliegen hatte Salomo bezogen auf den Tempel, nachdem Gott eingezogen war? Betrachten wir Vesrse 29ff. Tag und Nacht sollte Gott seine Augen über sein Haus offen halten und das Gebet erhören. Würde der König oder das Volk beten, so sollte Gott, der im Himmel wohnt und sein Name im Tempel, gnädig sein.

Und in weiser Voraussicht sah Salomo viele Probleme und Konfliktsituationen aufkommen, die eine Belastung für die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk darstellen würden. Wie denn auch, welch ungleiches Paar, der heilige Gott und das sündige Volk. Es war keine 1:1 Beziehung, sondern eine 1:2 Mio. Beziehung. Ein einziger Mensch sündigt unzählige Male. Wie oft und wie sehr sündigt ein ganzes Volk! Das Volk würde sich durch seine Sünde immer wieder in Schlamassel hineinreiten. Sie würden verflucht werden, sie würden von ihren Feinden besiegt und weggeschleppt werden, sie würden auf Regen warten müssen und unter Trockenheit leiden, sie würden unter Hungersnöte, Pest, Dürre, Getreidebrand, Heuschrecken oder Raupen leiden, Kriege würden ausbrechen und Gefangenschaft würde sie erwarten. Wir sehen, wie genau Salomo über die ganzen Eventualitäten Bescheid wusste. In seiner Sorge für das Volk übersah er selbst Heuschrecken- und Raupenplagen nicht.

Welchen Eindruck bekommen wir von ihm? Er ist wie ein Vater, der sich um seine Kinder sorgt. >Herr, sei meinen geliebten Kindern gnädig. Sie sind nicht vollkommen, im Gegensatz, sie sind sündig. Doch Gott, erbarme dich unser. Habe Gnade mit uns. Erhör unser Gebet, wenn wir uns zum Tempel wenden und zu dir beten.< Und wir sehen, dass Salomos Gebet keine Grenzen kannte, denn er betete nicht nur für sein Volk. Er schaute über den Tellerrand Israels hinaus. „Auch wenn ein Fremder, der nicht von deinem Volk Israel ist, aus fernem Lande kommt um deines Namens willen – denn sie werden hören von deinem großen Namen und von deiner mächtigen Hand und von deinem ausgereckten Arm -, wenn er kommt, um zu diesem Hause hin zu beten, so wollest du hören im Himmel, an dem Ort, wo du wohnst, und alles tun, worum der Fremde dich anruft, auf dass alle Völker auf Erden deinen Namen erkennen, damit auch sie dich fürchten wie dein Volk Israel und dass sie innewerden, dass dein Name über diesem Hause genannt ist, das ich gebaut habe.“ (41-43) Jedermann, der zum Tempel betete, erfuhr Gebetserhörung, jedermann erfuhr Sündenvergebung, jeder wurde gesegnet, selbst die Heiden. Wir sehen, wie bedeutend der Tempel für Israel und für alle Völker war. Gerade durch den Tempel konnte Israel ein Königreich von Priestern und das heilige Volk sein. Der Tempel war der zentrale Dreh- und Angelpunkt ihrer geistlichen Identität, weil Gottes Name darin wohnte. Der Tempel des Herrn war somit das geistliche Zentrum der ganzen Welt.

Was tat Salomo, nachdem er mit ausgestreckten Händen und auf Knien gebetet hatte? Betrachten wir Verse 54ff. Erneut segnete er die ganze Gemeinde mit lauter Stimme und lobte Gott, denn „Es ist nicht eins dahingefallen von allen seinen guten Worten, die er geredet hat durch seinen Knecht Mose.“ Und bis zum Ende des Kapitels lesen wir seine wichtigen Gebetsanliegen: „Der Herr, unser Gott, sei mit uns…Er verlasse uns nicht und ziehe die Hand nicht ab von uns“ (57) Und „Er neige unser Herz zu ihm, dass wir wandeln in allen seinen Wegen und halten seine Gebote, Satzungen und Rechte, die er unsern Vätern geboten hat.“ (58) Mit anderen Worten, Gott sollte beim Volk sein und das Volk bei Gott. Ist das in der Tat nicht das wichtigste überhaupt? Wenn Gott uns verlässt, sind wir verloren. Wenn wir Gott verlassen, sind wir verloren. Gott mit uns und wir mit Gott, dann ist nichts unmöglich, dann fehlt uns nichts, dann haben wir umfassenden Segen, dann sind wir heil und erfüllt, die glücklichsten Wesen überhaupt.

Was hält diesen Bund zwischen Gott und uns am Leben? Was garantiert unsere untrennbare Beziehung zu Gott? Lesen wir Vers 61: „Und euer Herz sei ungeteilt bei dem Herrn, unserm Gott, dass ihr wandelt in seinen Satzungen und haltet seine Gebote, wie es heute geschieht.“ Wir können Gott dankbar sein, dass wir das Geheimnis des Bundes und der Bundespartnerschaft erfahren. Wir müssen nicht grübeln, es gibt keine Unsicherheit. Es steht geschrieben, schwarz auf weiß. Mit ungeteilten Herzen sollen wir das Wort Gottes halten. Diese Einstellung entscheidet über unser Glück oder Unglück, über unsere Beziehung oder Trennung zu Gott. Weil wir das wissen, können wir unser Leben darauf spezialisieren. Möge diese einfache aber klare Wahrheit unsere Haltung erneuern, mit der wir das Wort Gottes studieren. Möge sie uns ermutigen, eine Entscheidung für Gott zu treffen, und zwar mit ungeteiltem Herzen. Unser Bibelstudium geschieht nicht aus Jux und Tollerei, es geschieht nicht ohne Sinn und Bedeutung. Es geschieht, weil wir Gottes auserwählte Bundespartner sind, auserwählt und geliebt unter Unzähligen. Berufen und auserwählt, Kinder und Erben des Allmächtigen zu sein, der von Ewigkeit zu Ewigkeit herrscht und voller Herrlichkeit ist. Gott erneuere unsere Einstellung und Haltung zu seinem Wort, damit wir tatsächlich mit ungeteiltem Herzen aus einem jeden Wort leben, das aus dem Munde Gottes kommt.

Was taten König und Volk abschließend? Betrachten wir Verse 62-66. Erneut brachte Salomo Opfer dar, mehr als hunderttausend, eine gewaltige Anzahl. So wurde das Haus des Herrn eingeweiht und ein großes Fest wurde gefeiert, eine große Versammlung vor dem Herrn, vierzehn Tage lang. „Und er entließ das Volk am achten Tage. Und sie segneten den König und gingen heim fröhlich und guten Mutes über all das Gute, das der Herr an David, seinem Knecht und an seinem Volk Israel getan hatte.“

Der Tempel war ein Segen für die ganze Welt. Der Name Gottes wohnte im Tempel und das Haus Gottes war das Zentrum der Nation und das Volk hatte wirklich Grund zur großen Freude. Doch der Tempel war nicht für die Ewigkeit gebaut. Ohnehin wurde er zerstört und existiert heute nicht mehr. Welchen Tempel haben wir, wo wohnt Gottes Name jetzt und wann erhört Gott unser Gebet? Im Johannes-Ev. sprach Jesus: „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten…. Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.“ (Joh. 2,19.21) Unser Tempel ist Jesus Christus, in ihm finden wir Gott, den Herrn, und in seinem Namen beten wir, denn Jesus spricht: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.“ (Joh 14,13) Jesus ist unser wahrer Tempel, der Vater ist im Sohn und wir beten in seinem Namen. Liebe Geschwister, auch wir haben Grund zur ausgelassenen Freude, denn unser Tempel ist unzerstörbar und ewig. Die mächtigen der Welt haben versucht ihn zu zerstören, doch sie vermochten ihm kein Bein zu brechen und mit der gewaltigen Auferstehungskraft Gottes wurde er nach drei Tagen wieder aufgerichtet und sitzt nun zur Rechten der Kraft Gottes. Danken wir Gott, dass Jesus Christus unser ewiger Tempel ist. Er ist unsere unerschöpfliche Segensquelle und er ist ein Segen für die finstere und verlorene Welt.

II. Gottes Warnung (Kap 9.10)

Salomo baute jahrelang und er redete viele Worte und formulierte viele schöne Gebetsanliegen. Wie reagierte Gott auf alles was er tat? Betrachten wir Kapitel 9.

Gott erschien Salomo zum zweiten Mal, wie er ihm in Gibeon erschienen war. „Und der Herr sprach zu ihm: Ich habe dein Gebet und Flehen gehört, das du vor mich gebracht hast und habe dies Haus geheiligt, das du gebaut hast, dass ich meinen Namen dort wohnen lasse ewiglich und meine Augen und mein Herz sollen da sein allezeit.“ (2) Gott hatte Salomos Bitten und Flehen erhört. Er wollte allezeit im Tempel bleiben. Allerdings unter einer klaren Bedingung. Betrachten wir Verse 4 und 5. Gott würde Salomos Königtum über Israel nur dann bestätigen, wenn er wie sein Vater David mit rechtschaffenem Herzen und aufrichtig vor Gott wandeln und alles tun würde, was Gott ihm geboten hatte. (Bist du bereit alles zu tun, was Gott geboten hat?)

Was würde ansonsten geschehen? Betrachten wir Verse 6-9. „Werdet ihr euch aber von mir abwenden, ihr und eure Kinder und nicht halten meine Gebote und Rechte, die ich euch vorgelegt habe und hingehen und andern Göttern dienen und sie anbeten, so werde ich Israel ausrotten aus dem Lande, das ich ihnen gegeben habe und das Haus, das ich meinem Namen geheiligt habe, will ich verwerfen von meinem Angesicht; und Israel wird ein Spott und Hohn sein unter allen Völkern. Und dies Haus wird eingerissen werden, sodass alle, die vorübergehen, sich entsetzen werden und höhnen und sagen: Warum hat der Herr diesem Lande und diesem Hause das angetan? Dann wird man antworten: Weil sie den Herrn, ihren Gott, verlassen haben, der ihre Väter aus Ägyptenland führte und andere Götter angenommen und sie angebetet und ihnen gedient haben – darum hat der Herr all dies Unheil über sie gebracht.“

Im ersten Teil haben wir über Salomos große Weisheit und Weitblick gestaunt. Aber im zweiten Teil können wir nur über Gottes Weisheit und Weitblick staunen. Vor allem, weil wir wissen, dass alles genau so eingetroffen ist, wie von Gott angemahnt. Wir wissen, dass Salomo aufhörte, wie sein Vater David, nach dem Willen Gottes zu leben und wie er in seiner Liebe zu seinen ausländischen Frauen, ihre Götzen anbetete. Wir wissen auch, dass Davids Königtum nach einigen Generationen aufhörte. Wir wissen auch, dass der Tempel mehrmals zerstört wurde und heute nicht mehr existiert. Außerdem wurde das Volk wirklich in die Gefangenschaft nach Babylon geführt. Als Gott seine Warnung aussprach, meinte er es todernst. Gott ist voller Weisheit und Weitblick, er kennt alle unsere Schwächen.

Wie ist es dann überhaupt möglich treu zu sein? Es gibt nur einen Weg. Heute, müssen wir uns für das Wort Gottes entscheiden. Und das gilt für jeden Tag. Jeden Tag müssen wir die klare Entscheidung treffen: „Heute will ich nach dem Wort des Herrn leben“. Deshalb haben wir uns auch ein Jahresleitwort ausgesucht. Gott helfe uns, täglich nach seinem Wort zu leben und täglich vor ihm zu wandeln, im Gebet, in Anbetung und in der Nachfolge.

Und wenn Gott, der im Himmel wohnt und alles sieht und sein Name mitten unter uns ist, weil wir Jesus im Herzen angenommen haben, in unser Herz schaut und sieht: „Ah, unter so vielen Menschen gibt es in der Heidelberger Gemeinde junge Leute, die Acht geben auf mein Wort, die mich nicht für ein Märchen halten und mein Wort nicht für verstaubte Geschichte, sondern glauben, dass ich bin und dass alles wahr ist was ich sage und es sich zu Herzen nehmen“, wenn Gott das sieht, dann wird er mit großer Bereitschaft sein Herz öffnen und die Tore des Himmels und wird seine Barmherzigkeit und seinen Segen über uns herabregnen lassen. Glaubst du das? Gott segne unser Glaubensleben reichlich.

Im restlichen Textabschnitt erfahren wir einiges über Salomos Regierungsmaßnahmen. Er war wirklich von Gott gesegnet. Er hatte Reichtum wie kein König vor oder nach ihm und sowohl Hiram, der König von Tyrus, als auch der ägyptische Pharao waren ihm wohlgesinnt. Und alle übriggebliebenen kanaanitischen Völker dienten ihm als Fronleute.

Im Kapitel 10 lesen wir, wie ihn die bekannte Königin von Saba zu Besuch kam. Sie brachte viele Kostbarkeiten mit und bekam auch viele Schätze von Salomo. Warum war sie gekommen? Sie war eine neugierige Frau; und sie wollte es genau wissen. „Und als sie zum König Salomo kam, redete sie mit ihm alles, was sie sich vorgenommen hatte. Und Salomo gab ihr Antwort auf alles und es war dem König nichts verborgen, was er ihr nicht hätte sagen können. Als aber die Königin von Saba alle Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte, und die Speisen für seinen Tisch und die Rangordnung seiner Großen und das Aufwarten seiner Diener und ihre Kleider und seine Mundschenken und seine Brandopfer, die er in dem Hause des HERRN opferte, geriet sie vor Staunen außer sich und sprach zum König: Es ist wahr, was ich in meinem Lande von deinen Taten und von deiner Weisheit gehört habe. Und ich hab’s nicht glauben wollen, bis ich gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und siehe, nicht die Hälfte hat man mir gesagt. Du hast mehr Weisheit und Güter, als die Kunde sagte, die ich vernommen habe. Glücklich sind deine Männer und deine Großen, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. Gelobt sei der HERR, dein Gott, der an dir Wohlgefallen hat, sodass er dich auf den Thron Israels gesetzt hat! Weil der HERR Israel lieb hat ewiglich, hat er dich zum König gesetzt, dass du Recht und Gerechtigkeit übst.“ Was zeigt uns dieser Abschnitt? Es gibt nicht viele Menschen, wie die Königin von Saba. Es gab so viele Herrscher, Würdenträger aber auch einfache Leute aber nur sie kam, denn sie hatte Sehnsucht zu erfahren, ob Gottes Weisheit wirklich mit Salomo war. Sie kam, sah und staunte. Sie war auf der Suche und sie fand. Und ihre Suche mündete im Lob Gottes. „Gelobt sei der Herr, dein Gott“ sprach sie.

Salomo war voller Weisheit, weil er, zu diesem Zeitpunkt jedenfalls, ein Mann Gottes war. Er betete nicht nur für die Heiden, er war auch ein Segen für diese heidnische Königin. Er wurde zum Segen für sie, die einen nicht unwichtigen Platz in der Geschichte Gottes innehat. So auch wir. Lasst uns Männer und Frauen Gottes sein, sein Wort lieb haben und allezeit vor Gott wandeln. Dann wird auch die heidnische und ungläubige Welt von uns Notiz nehmen. Es werden vielleicht nicht viele kommen aber Gott wird seine Auserwählten zu uns senden und uns gebrauchen, ihnen mit Weisheit das Wort Gottes zu lehren und ein wahrer Segen für sie zu sein, bis sie einen ewigen Platz im Heilswerk Gottes einnehmen.

Ich selbst lerne, wie unabdingbar es ist, jeden Tag vor meinem Herrn zu wandeln und jeden Tag sein Wort zu halten. An nur einem Tag kann ich stolpern und fallen. Ein Tag kann über Heil und Unheil entscheiden. Deshalb will ich jeden Morgen und jeden Tag zum Herrn beten und flehen, damit er in mir bleibt und ich in ihm. Gott erfülle unser Glaubensleben mit Bedeutung und Segen, für uns und durch uns für viele.

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Predigt: 4.Mose 13 – 14 (Sonderbibelstudium zum Neuen Jahr 2012)

Jan 16th, 2012

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ERKUNDE DAS VERHEISSENE LAND

Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Israeliten
geben will, aus jedem Stamm ihrer Väter je einen Mann, lauter Älteste.“

(13,2)

Unser heutiger Text berichtet über ein Ereignis in einem entscheidenden Moment in der Ge­schich­te des Volkes Israel. Die Israeliten waren durch Gottes mächtige Taten aus ihrer Sklaverei in Ägypten befreit worden. Sie hatten am Berg Sinai mit Gott einen Bund geschlossen und waren so Gottes eigenes Volk und sein Eigentum geworden. Nun standen sie am Eingang zu dem Land, das Gott ihnen verheißen hatte. Wie sie sich in dieser entscheidenden Phase ver­hielten, hatte eine weit reichende Auswirkung auf ihre Zukunft. Wir stehen alle am Anfang eines neuen Jahres. Mit welchem Glauben wir das neue Jahr beginnen, hat auch eine weit gehende Auswirkung, nicht nur auf dieses Jahr, sondern auch auf unsere Zukunft. Unsere Gemeinde steht im Jahr 2012 am Anfang der nächsten 50 Jahre dieses Werkes. Wir wollen darüber nachdenken, welches Land Gott uns verheißen hat, sowohl jedem persönlich als auch uns als Gemeinde, und welchen Glauben wir benötigen, um es einzunehmen. Möge Gott unsere Augen öffnen, dass wir das verheißene Land sehen, das er uns gegeben hat! Möge Gott uns den Glauben und den Geist von Kaleb und Josua geben, damit wir es einnehmen können!

I. Gott befiehlt die Erkundung des Landes (13,1-25)

Welchen Befehl gab Gott Mose, als die Israeliten in der Wüste Paran und damit am Eingang des verheißenen Landes waren? Betrachten wir die Verse 1 und 2: „Und der Herr redete mit Mose und sprach: Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Israeliten geben will, aus jedem Stamm ihrer Väter je einen Mann, lauter Älteste.“ Gott befahl Mose, Männer auszusenden, die das Land Kanaan erkunden sollten. Nach dem Bericht von 5. Mose 1,22.23 bekommen wir den Eindruck, dass der Gedanke, zuerst Kundschafter ins Land zu schicken, vom Volk kam. Unser Text betont, dass Gott Mose befohlen hat, Kundschafter auszusenden. Vermutlich hat Mose das Anliegen des Volks gut gefunden und damit zu Gott gebetet, und Gott hat es ihnen erlaubt und Mose damit beauftragt. Die Kundschafter sollten das Land, das sie bald erobern und besitzen würden, genau erkunden. Dadurch sollten sie wissen, wie das Land beschaffen war, sie sollten dem Volk berichten, wie gut es war! Es sollte in ihnen Dankbarkeit und einen starken Wunsch bewirken, das Land zu erobern. Dadurch sollten sie bewusst und mit entsprechender Erwartung und Entschlossenheit in das Land ziehen. Gottes Befehl, dass sie das Land erkunden sollten, erinnert uns an seinen Befehl an Abraham in 1. Mose 13,14.15. Als Lot sich von Abraham getrennt hatte, sagte Gott zu ihm: „Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus, wo du wohnst, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen. Denn all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen geben für alle Zeit.“ Gott will auch von uns, dass wir das Land erkunden, das er uns gegeben hat. Wir sollen durch den Glauben hineingehen, es mit geistlichen Augen betrachten und es in unseren Herzen in Besitz nehmen. Gott will dadurch, dass wir das Land erkunden und geistlich in Besitz nehmen, darin sein Reich kommen lassen.

Was ist das Land, das Gott uns verheißen hat? Wir können darunter unsere Uni und die ganze Stadt Heidelberg verstehen und darüber hinaus alle Hochschulen in Deutschland; auch unsere Familie und unser Arbeitsplatz sind Land, das Gott uns verheißen hat. Gott will, dass wir unsere Augen aufheben und das verheißene Land ansehen und mit neuem Glauben darin eindringen.

Auf uns selbst bezogen können wir unter dem verheißenen Land verstehen, dass wir in die geistliche Welt eindringen und geistliche Reife bzw. ein Leben ganz in Jesus erlangen sollen. Römer 8,28.29 sagt, dass Gott uns dazu vorherbestimmt hat, dass wir dem Bild Jesu gleich sein sollen. Dort heißt es: „… Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ 1. Thess 4,2 sagt über Gottes Willen für uns Christen: „Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung …“ Gott hat damit unsere Heiligung verheißen. Die Heiligung geschieht an uns, wenn unser alter Mensch stirbt und wir den neuen Menschen anziehen; wenn wir den alten Menschen ablegen und den neuen Menschen anziehen, der nach Christus geschaffen ist; (Eph 4,22-24). Wie geschieht das? Dafür hat Gott uns sein Wort und den Heiligen Geist gegeben. Wir müssen den geistlichen Kampf darum führen, dem Wort zu gehorchen und den alten Menschen abzulegen und den neuen Menschen anzuziehen, bis wir ganz in Christus sind. Dadurch sollen wir immer mehr das Leben ganz in Christus erfahren, ganz in ihm und ganz für ihn leben! Dieses Leben hat Jesus uns verheißen, indem er gesagt hat: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen“ (Joh 10,10) (anders übersetzt: … damit sie das Leben und es in Fülle haben). Wir sollen sehen, wo wir in diesem Kampf stehen. Wir sollen dieses Leben in diesem Jahr neu herausfordern und das Leben in Jesus in Fülle erfahren.

Gehen wir zurück zum Text. Kap. 13,4-15 berichtet die Namen der zwölf Leiter, die zur Erkun­dung des Landes ausgewählt wurden. Sie waren alle Älteste in ihren Stämmen. Mose änderte den Namen von Hoschea (Rettung) in Josua (Jahwe ist Rettung) (16). Sie sollten sich das Land und die Bewohner ansehen; wie das Volk darin war (stark oder schwach, wenig oder viel) und wie das Land war, ob gut oder schlecht, was für Städte es gab, ob Zeltdörfer oder feste Städte, wie der Boden war, ob es Bäume gab oder nicht. Sie sollten alles erkunden. Mose sagte zu ihnen: „Seid mutig und bringt von den Früchten des Landes“ (20). Sie hatten nicht nur eine große Aufgabe, sondern es wurde auch großes Vertrauen in sie gesetzt. In so einer Situation konnten sie nur durch Glauben den Mut haben, den sie brauchten, um diese Aufgabe recht erfüllen zu können. Die Verse 21-25 berichten, wie die zwölf Kundschafter weite Teile des Landes erkundeten. Sie schnitten auch eine riesengroße Weintraube ab und nahmen sie zusammen mit anderen Früchten des Landes mit zurück in das Lager der Israeliten. Lasst uns im zweiten Teil betrachten, welche Berichte sie nach ihrer Rückkehr ablegten.

II. Berichte über die Erkundung (13,26-14,9)

Nach vierzig Tagen kehrten die zwölf Kundschafter zurück. Die V. 25-26 sagen zweimal, dass sie der ganzen Gemeinde berichteten; es war keine private Erzählung, sondern ein Bericht vor Mose und Aaron, den Knechten Gottes, und vor der ganzen Gemeinde Gottes. Welchen Bericht legten zehn der Kundschafter vor Mose, Aaron und dem ganzen Volk der Israeliten ab? V. 27 lautet: „Und sie erzählten ihnen und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, in das ihr uns sandtet; es fließt wirklich Milch und Honig darin, und dies sind seine Früchte.“ Zuerst war ihr Bericht ganz positiv. Sie hatten mit ihren eigenen Augen gesehen und konnten klar bezeugen, dass es wirklich das Land war, in dem Milch und Honig fließt (wie Gott gesagt hatte). Aber ab dann redeten sie negativ über das Land! Sie sagten: „Aber stark ist das Volk, das darin wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß; und wir sahen dort auch Anaks Söhne. Es wohnen die Amalekiter im Südland, die Hetiter und Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter aber wohnen am Meer und am Jordan.“ Sie berichteten ab hier nur noch von den Problemen im Land und seinen starken Bewohnern. Äußerlich gesehen, sprachen sie von Tatsachen, aber welche Tatsachen sie erwähnten und wie es darstellten, war negativ, ohne eine Hoffnung auf Gottes Hilfe zu erwähnen.

Aus Vers 30 deutlich, dass das Volk bereits anfing, gegen Mose und Aaron zu murren. So wenige scheinbar neutrale Worte, die aber ohne Glauben gesprochen worden waren, hatten das Volk in Unruhe, Angst und Murren versetzt. Kaleb versuchte, das Volk zu beschwichtigen: „Lasst uns hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir können es überwältigen“ (30). Aber die zehn Kundschafter sagten: „Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dies Volk, denn sie sind uns zu stark.“ Ihre Botschaft war, dass sie nicht gegen das Volk im Land kämpfen konnten, weil sie ihnen zu stark waren. Sie waren voll von negativen Gedanken der Unmög­lichkeit. Was war ihr Problem? Sie dachten ohne Glauben an Gott. Gott hatte verheißen, dass er ihnen dies Land geben würde, ein Land, darin Milch und Honig fließt. Sie hatten selbst gesehen und auch bezeugt, dass darin wirklich Milch und Honig fließt. Aber trotz dieser Tatsache haben sie das Land ohne Glauben an Gott und seine Verheißung gesehen. Sie hatten keinen Gott in ihrer Betrachtungsweise, ihren Herzen und ihren Worten. Als sie ohne Glauben an Gott dachten, kam Angst in ihr Herz. Dann brachten sie aus ihrer Angst heraus ein böses Gerücht über das Land auf, mit dem sie offenbar das Volk von ihrer negativen Meinung überzeugen wollten, damit sie nicht dorthin ziehen und kämpfen müssten. Sie behaupteten, dass das Land seine Bewohner fresse; und dass alles Volk darin Menschen von großer Länge wären (obwohl nur ein Stamm groß war). Sie vergaßen sogar jegliches Augenmaß und hielten sich selbst für Heuschrecken und die Feinde für Riesen. Sie bildeten sich auch ein, dass die Feinde sie auch wie Heuschrecken betrachten würden. Sie ließen sich von ihrer Angst beherrschen und wurden so zu giftigen Quellen der Entmutigung für die anderen.

Wie reagierte darauf das Volk? Kap. 14,1-4 sagen: „Da fuhr die ganze Gemeinde auf und schrie, und das Volk weinte die ganze Nacht. Und alle Israeliten murrten gegen Mose und Aaron, und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: Ach dass wir in Ägyptenland gestorben wären oder noch in dieser Wüste stürben! Warum führt uns der Herr in dies Land, damit wir durchs Schwert fallen und unsere Frauen und unsere Kinder ein Raub werden? Ist’s nicht besser, wir ziehen wieder nach Ägypten?“ Und einer sprach zu dem andern: Lasst uns einen Hauptmann über uns setzen und wieder nach Ägypten ziehen!“ Der negative Bericht der zehn Kundschafter verführte das ganze Volk dazu, in negative, ungläubige Gedanken und in eine Art Massenhysterie zu stürzen. Sie weinten die ganze Nacht. Sie klagten über ihre scheinbar hoffnungslose Lage, weil sie ganz ohne Glauben an Gott dachten. Hier sehen wir zum einen, wie wirksam wenige Worte aus Unglauben sind. Ob wir aus Glauben denken und reden oder nicht, hat gewaltige Auswirkungen auf die Menschen um uns herum, besonders wenn sie noch nicht so gefestigt im Glauben sind. Zum anderen zeigen die Worte des Volks auch, dass sie selbst auch nicht in Gottes Verheißungswort und in seinen Taten verwurzelt waren. Gott hatte ihnen die Einnahme des Landes mehrfach verheißen. Aber sie dachten völlig ohne Glauben an Gottes Verheißung. Sie vergaßen die Gnade Gottes und seine mächtigen Taten, die sie mit ihm erlebt hatten. Gott hatte zehn Plagen über Ägypten kommen lassen und sie so aus der Hand des Pharao befreit. Gott hatte für sie das Schilfmeer geteilt und hatte sie mitten hindurchgeführt. Gott hatte mit ihnen einen Bund geschlossen und hatte sie täglich mit der Wolkensäule am Tag und der Feuersäule bei Nacht begleitet. Aber sie vergaßen Gottes Gnade für sie und seine mächtigen Taten völlig. In ihrem Unglauben ließen sie sich sogar dazu hinreißen, Gott zu lästern, indem sie behaupteten, dass es besser gewesen wäre, wenn sie in Ägypten geblieben wären, wodurch sie Gottes Rettungswerk verachteten. Sie nahmen sich vor, wieder nach Ägypten zurückzukehren und rebellierten so frontal gegen Gottes offenbarten Willen. Damit gingen sie wirklich zu weit.

Vers 5 berichtet, dass Mose und Aaron auf ihr Angesicht fielen. Sie erkannten offenbar, dass das Volk zu weit gegangen war und dabei war, sich Gottes Zorn zuzuziehen. Was taten Josua und Kaleb in dieser kritischen Situation? Die Vers 6 sagt, dass sie ihre Kleider zerrissen. Seine Kleider zu zerreißen, war damals ein starker Ausdruck größten Entsetzens und großen Schmerzes. Das wirklich zu machen, war eine große Entscheidung, weil viele nur einen Satz Kleider hatten und neue Kleider selten und teuer waren. Danach sagten sie zu dem murrenden, klagenden Volk: „Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist sehr gut.“ Kaleb und Josua ließen sich nicht vom starken Unglauben und der Massenhysterie mitreißen. Sie bekannten weiterhin klar, dass das Land sehr gut ist. Die NIV-Übersetzung sagt hier „exceedingly good“, in heutigem Deutsch „super-toll“. Im Vers 8 wird deutlich, warum sie das Land so ganz anders betrachten konnten, als die anderen zehn es getan hatten. Sie sagten: „Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt.“ Ihre Sichtweise gründete auf dem Glauben an Gott und seine Gnade. Darum waren sie nicht abhängig davon Situation, wie die sichtbare Situation aussah. Sie hatten auch die befestigten Städte und die hoch gewachsenen Männer gesehen. Aber weil sie alles aus Glauben betrachteten und beurteilten, waren ihnen bewusst, dass bei Gott alle Dinge möglich sind und alles davon abhängt, ob er uns gnädig ist.

Schließlich warnten sie das Volk: „Fallt nur nicht ab vom Herrn und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht, denn wir wollen sie wie Brot auffressen. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen, der Herr aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!“ Dies ist der Höhepunkt ihrer Rede. Hier zeigt sich ihr klarer, fester Glaube an Gott und ihre Zuversicht auf ihn. Wenn sie auf Gott vertrauten, würden sie die Feinde besiegen und das Land einnehmen können, es würde für sie so leicht sein, wie ein paar Scheiben Brot zu essen. Gleichzeitig warnten sie das Volk inständig davor, von Gott abzufallen. Wenn sie in ihrer ungläubigen Gesinnung bleiben und sich seinem Willen widersetzen würden, würden sie von Gott abfallen. Wer aber von Gott abfällt, wird seinen Segen verlieren und sich stattdessen Gottes Gericht zuziehen.

Was können wir hier lernen? Gott hat uns das ewige Leben im Himmelreich verheißen. Gott hat uns auch verheißen, dass wir auf unserem Weg dorthin immer mehr geheiligt werden und das Leben in Fülle erfahren sollen. Gott hat uns auch verheißen, dass wir ein Segen für die anderen Menschen sein sollen. Wir dürfen die Hoffnung auf Gottes Verheißung nie aufgeben und aufhören, auf ihre Erfüllung zu hoffen, egal wie schwer uns der Weg dorthin erscheint. Denn wenn wir aufhören, auf die Erfüllung von Gottes Verheißung zu hoffen und danach zu streben, fallen wir vom Herrn ab. Es bedeutet, den Glauben aufzugeben und Gott zu verwerfen. Auch wenn wir vor dem geistlichen Kampf Angst haben oder befürchten etwas zu verlieren, zum Beispiel unser bequemes Leben, unser Ansehen bei Freunden oder die Freunde selbst oder sogar unser Leben selbst in Gefahr kommt, sollen wir nie aufhören, auf Gott und seine Verheißung zu vertrauen und dementsprechend seinem Willen zu folgen. Insbesondere kann uns der Kampf um ein heiliges Leben in Jesus bzw. der Kampf gegen die Sünde in uns manchmal zu schwer vorkommen. Aber wir sollen nie die Hoffnung darauf aufgeben und uns mit Sünde in unserem Leben abfinden, auch wenn sie stark und unbesiegbar zu sein scheint; wir sollten nie wie die zehn Kundschaft sagen: „Ich schaffe es nicht, meine schlechte Gewohnheit und Sünde sind zu stark.“ Vielmehr sollen wir mit Zuversicht auf Gottes Wort und auf das Blut Jesu immer weiter danach streben, geheiligt und dem Bild Jesus ähnlich zu werden und ganz in ihm zu leben. Gott wird uns helfen, denn er wird sein Wort erfüllen.

Im Glauben an Jesus können wir auch die Verheißung erlangen, für andere ein Segen zu werden, besonders für die Studenten in unserer Stadt und in unserem Land. Es gibt sicher Feinde und Hindernisse, die uns dabei im Weg stehen, zum Beispiel feste menschenzentrierte Gedanken und die Liebe zu einem vergnügungsreichen Leben in dieser Welt usw. Aber Gott ist mit uns, und wenn wir im Vertrauen hineinziehen, werden wir die Feinde wie Brot auffressen. Darum sollen wir für alle Gedanken der Unmöglichkeit – ich kann nicht so gut einladen; ich habe zu wenig Zeit wegen meiner Prüfungen, wegen meiner Arbeit, wegen meiner Familie; ich kann noch nicht genug Deutsch sprechen … usw. usw. usw. usw. Buße tun und im Vertrauen auf Gott hinziehen und die Studenten einladen und einsetzen, um ihnen geistlich zu dienen. Wir sollen keine Angst vor der Konfrontation mit ihren festen Gedanken und Sünden haben, sondern sollen im Vertrauen auf Gottes Verheißung für sie beten und ihnen mit dem lebendigen Wort Gottes geistlich helfen. Gott hat jedem eine persönliche Berufung und Verheißung gegeben. Er hat uns verheißen: „Du sollst ein Segen sein (1. Mose 12,2b) und uns den Befehl gegeben: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker.“ Wenn wir ihm im Glauben gehorchen, werden wir das Land geistlich einnehmen und Gottes Sieg erleben.

III. Die Folgen des Ungehorsams (14,10-25)

Wie reagierte das Volk auf Kalebs und Josuas inständige Ermahnung zum Glauben? Vers 10a sagt: Aber das ganze Volk sprach, man sollte sie steinigen.“ Tragischer Weise hörte das Volk nicht auf sie. Anstatt Buße zu tun, wollten sie die zwei Männer des Glaubens sogar steinigen.

Wie reagierte Gott auf ihre Rebellion? „Da erschien die Herrlichkeit des Herrn über der Stiftshütte allen Israeliten. Und der Herr sprach zu Mose: Wie lange lästert mich dies Volk? Und wie lange wollen sie nicht an mich glauben trotz all der Zeichen, die ich unter ihnen getan habe? Ich will sie mit der Pest schlagen und sie vertilgen und dich zu einem größeren und mächtigeren Volk machen als dieses.“ Der Unglaube des Volks und ihr Murren und Lästern aus Unglauben waren für Gott nicht länger hinnehmbar, besonders da sie trotz all der Zeichen, die Gott unter ihnen getan hatte, schon zehn Mal Gott gelästert und ihm nicht gehorcht hatten. Gott wollte darum das Volk vertilgen und Mose zu einem größeren und mächtigeren Volk machen.

Wie reagierte Mose in dieser Situation? Mose betete flehentlich für das Volk zum Herrn. Die Verse 13-15 lauten: Mose aber sprach zu dem Herrn: Dann werden’s die Ägypter hören; denn du hast dies Volk mit deiner Kraft aus ihrer Mitte herausgeführt. Auch wird man es sagen zu den Bewohnern dieses Landes, die da gehört haben, dass du, Herr, unter diesem Volk bist, dass du von Angesicht gesehen wirst und deine Wolke über ihnen steht und dass du, Herr, vor ihnen hergehst in der Wolkensäule am Tage und in der Feuersäule bei Nacht. Würdest du nun dies Volk töten wie einen Mann, so würden die Völker, die solch ein Gerücht über dich hören, sagen: Der Herr vermochte es nicht, dies Volk in das Land zu bringen, das er ihnen zu geben geschworen hatte; darum hat er sie hingeschlachtet in der Wüste.“ Mose betete von ganzem Herzen für das Volk, das so gegen ihn rebelliert hatte. Mose bat Gott, dass er das Volk nicht vertilge, nicht weil an ihnen etwas Gutes war, sondern wegen Gottes Ehre, die auf keinen Fall beschädigt werden sollte. Sein Gebet basierte auf seinem Glauben an Gottes Eigenschaften, die er gut kannte und wie folgt bezeugte: So lass nun deine Kraft, o Herr, groß werden, wie du gesagt hast: »Der Herr ist geduldig und von großer Barm­herzigkeit und vergibt Missetat und Übertretung, aber er lässt niemand ungestraft, sondern sucht heim die Missetat der Väter an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied.«“ Gott hat große Kraft – besonders, um zu vergeben und zu erretten. Gott ist geduldig und von gro­ßer Barmherzigkeit und vergibt den Menschen ihre Missetat und Übertretung. Gleichzeitig ist Gott auch gerecht und lässt Sünde nicht ungestraft. Mose bekannte hier zwei grundlegende Eigen­schaf­ten Gottes, nämlich seine Liebe und seine Gerechtigkeit. Dabei wird klar, dass Gottes Barm­herzigkeit überwiegt. Denn er betete schließlich: „So vergib nun die Missetat dieses Volks nach deiner großen Barmherzigkeit, wie du auch diesem Volk vergeben hast von Ägypten an bis hierher.“ Gottes Liebe und Barmherzigkeit zu uns Menschen ist noch stärker als seine Gerechtigkeit. Deshalb sandte Gott später seinen Sohn Jesus in die Welt und ließ ihn als Gottes Lamm die Sünde der ganzen Welt tragen, damit in ihm jeder Vergebung und Heil finden kann.

Wie reagierte Gott auf Moses Gebet? Vers 20 sagt: „Und der Herr sprach: Ich habe vergeben, wie du es erbeten hast.“ Gott vergab ihre schwere Sünde und vertilgte das Volk nicht. Hier sehen wir die große Barmherzigkeit Gottes. Hier sehen wir auch die große Bedeutung des Gebets eines Hirten. Aber die ungläubigen, murrenden Menschen wurden doch für ihre Sünde bestraft, weil sie Gott nun schon zehnmal versucht und seiner Stimme nicht gehorcht hatten, würden sie das verheißene Land nicht sehen, sondern in der Wüste sterben. Unglauben ist eine schreckliche Sünde, die wir unbedingt überwinden müssen.

Inmitten der Verkündigung der Strafe lobte Gott Kaleb, weil er anders war als die anderen Kundschafter und als das ganze übrige Volk. Vers 24 lautet„Nur meinen Knecht Kaleb, weil ein anderer Geist in ihm ist und er mir treu nachgefolgt ist, den will ich in das Land bringen, in das er gekommen ist, und seine Nachkommen sollen es einnehmen“. Gott lobt Kaleb, weil in ihm war ein anderer Geist war. Er war nicht fleischlich gesinnt, verließ sich nicht einfach bloß auf seine Augen und seinen Verstand, sondern vertraute auf Gott und sein Wort. Und er lernte, die Situationen aus Glauben zu sehen und aus Glauben darüber zu denken und aus Glauben darüber zu sprechen. Durch diesen Glauben war er Gott treu nachgefolgt, die NIV-Übersetzung sagt hier: „… followed me wholeheartedly.“ Kaleb suchte Gott von ganzem Herzen zu ehren.

Lesen wir noch einmal das Leitwort: „Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Israeliten geben will, aus jedem Stamm ihrer Väter je einen Mann, lauter Älteste“ (13,2). Heute haben wir gelernt, dass Gott will, dass wir das Land, das er uns verheißen hat, erkunden und erobern sollen. Gott hat uns unsere Heiligung und ein Leben ganz in Jesus verheißen und hat uns verheißen, ein Segen für die Studenten in dieser Stadt und in Deutschland zu sein. Damit wir dieses Land gut erkunden und erfolgreich einnehmen können, ist es wichtig, dass wir an seine Verheißung fest glauben und uns selbst, die anderen Menschen und alle Situationen immer aus Glauben an Gott und seine Verheißung sehen. Möge Gott jedem von uns dabei helfen, und in diesem Jahr in das verheißene Land mutig hineinzuziehen!

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Fragebogen: 4.Mose 13 – 14 (Sonderbibelstudium zum Neuen Jahr 2012)

Jan 9th, 2012

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ERKUNDE DAS VERHEISSENE LAND

Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Israeliten geben will, aus jedem Stamm ihrer Väter je einen Mann, lauter Älteste.“

(13,2)

1. Welchen Befehl gab Gott Mose (13,1-2)? Warum gab Gott diesen Befehl? Denke über das Land nach, das wir nach Gottes Willen erkunden und erobern sollen.

2. Lies die Verse 3-20. Wen hat Mose entsandt? Was sollten sie über das Land und das Volk herausfinden? Lies die Verse 21-29. Wo gingen die Kundschafter hin, und was war berichteten sie über das Land?

3. Lies die Verse 31-33. Was für einen entmutigenden Bericht gaben zehn der Kundschafter? Wie verglichen sie sich mit den Bewohnern des Landes? Lies Kap. 14,1-4. Wie reagierte das Volk auf ihren Bericht? Was war das Problem der zehn Kundschafter und des Volks?

4. Inwiefern war Kalebs Bericht anders (13,30)? Lies die Verse 5-9. Was taten Mose und Aaron? Wie reagierten Josua und Kaleb? Wozu ermahnten sie das Volk? Auf welcher Grundlage? Was glaubten sie? Was können wir von ihnen lernen?

5. Lies die Verse 10-12. Was sagte Gott über die Sünde des Volks? Was sagte er Mose, dass er tun wollte? Betrachte Moses Gebet. Warum sollte der Herr sein Volk nicht vertilgen (13-16)? Was sagte Mose über Gottes Eigenschaften (17-19)? Was war Gottes Entscheidung? Warum würde jene Generation das verheißene Land nie sehen (20-23)?

6. Wie lobte Gott Kaleb (24a)? Was war an Kaleb anders? Warum? Denke über die Bedeutung der Worte “und er mir treu nachgefolgt ist” nach. Welche Verheißung gab Gott Kaleb und seinen Nachkommen (24b)? Denke aufgrund dieses Textes über deinen Glauben und deine Vision in deinem praktischen Leben und deinem Dienst nach.

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Predigt: Lukas 2,1 – 20 (Weihnachtspredigt 2011)

Dez 18th, 2011

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Siehe, ich verkündige euch große Freude

„Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

(10.11)

Vor zwei Wochen fragte ich einen Studenten vor der UB, welche Bedeutung die biblische Botschaft, gerade in der Advents- und Weihnachtszeit, für ihn habe. Freundlich erklärte er mir, dass die Weihnachtszeit nur in familiärer Hinsicht von Bedeutung für ihn sei. „Ich habe viel Stress wegen der Uni und der Arbeit. An Weihnachten kann ich mich ausruhen und schöne und ruhige Zeit mit meiner Familie verbringen.“ sagte er lächelnd und fügte noch hinzu: „das ist doch die Hauptsache“. Und das war mein Stichwort, darauf hatte ich gewartet. „Ist das wirklich die Hauptsache, ist die Hauptsache an Weihnachten nicht etwas völlig anderes?“ Verlegen aber immer noch lächelnd gab er zu: „Stimmt, die Hauptsache ist etwas anderes“, gab mir daraufhin die Hand und ging fort.

Was ist die Hauptsache? Worauf kommt es an? Und inmitten unserer stressreichen und turbulenten Zeit, in der jeder seinen eigenen Weg geht und jeder seine eigene Wahrheit zu haben scheint, in der jeder glauben kann was und woran er möchte und inmitten der pluralistischen Strömungen die wesentliche Hauptsache des Lebens aus den Augen verliert und neu definiert, können wir Gott von ganzem Herzen danken, denn wir haben heute, hier und jetzt, im Zentrum des aufgeklärten Kontinents, die Gelegenheit, in die Schrift zu blicken und uns inmitten dieser kalten und finsteren Welt von der Klarheit des Herrn umleuchten zu lassen. Wir können erfahren, was die Hauptsache im Leben ist, wie Gott sich in der Geschichte offenbart hat, was von Zeugen gesehen, gehört und bestätigt worden ist. Danken wir Gott, denn wir hören und lesen heute die frohe Weihnachtsbotschaft. Diese Botschaft veränderte die Geschichte und sie ist unsere einzige Hoffnung und sie hat die Kraft, Jesus nicht nur in die Welt kommen zu lassen, sondern in unsere eigenen Herzen. Sie ist nicht nur in der Lage große Freude und Frieden in der Zeit der Bibel zu generieren, sondern auch hier und jetzt. Und uns bleibt nichts anderes übrig, als im Staunen und Demut zu beten: „Herr, wer kann dein gewaltiges Werk begreifen? Wer kann das Wunder deiner Hände erfassen? Dein Werk ist viel größer als ich es begreifen kann. Erfülle mich mit der wahren Weihnachtsbotschaft. Lass mich erfahren, wer Jesus ist, warum er gekommen ist und welche Bedeutung er für mich hat.“ Segne unseren Weihnachtsgottesdienst, Herr.

Teil I   Große Freude (1-12)

Was erfahren wir über die Lebensumstände der damaligen Zeit? Betrachten wir die Verse 1-3. Räumlich befinden wir uns in Galiläa, der nördlichen Provinz Palästinas. Nicht der lokale König, sondern der römische Kaiser Octavian, auch bekannt als Augustus, was „der Erhabene“ bedeutet, war der wahre Herrscher über das Land. Er gilt als Stifter der – von Historikern so hochgepriesenen – pax Augusta, des augustineschen Friedens. Diese Errungenschaft ist als herausragendes Beispiel in die Geschichte eingegangen. Ein mächtiges Reich mit innerer Sicherheit, Wohlstand und Frieden. Für alle anderen Reiche galt das römische Reich als Vorbild. Demzufolge wurde auch das Wappentier dutzende Male kopiert und geklaut. Und selbst die Bundesrepublik hat bis heute den römischen Adler auf seinen Wappen und hieß einst „Das heilige römische Reich deutscher Nation“.

Und da saß er, der glorreiche Kaiser auf seinem Thron, mächtigster Herrscher seiner Zeit. Sein vollständiger Name lautet übersetzt: „Imperator Caesar, Sohn des Vergöttlichten, der Erhabene, Höchster Oberpriester, 13 Mal Konsul, 21 Mal Imperator, 37 Mal Inhaber der tribunizischen Gewalt, Vater des Vaterlandes“. (Wer kann seinen Namen wiederholen?) Da war er, Alleinherrscher eines mächtigen Imperiums, in seinem Palast, im Herzen Roms und alle Reichsbewohner mussten nach seiner Pfeife tanzen.

Doch wie war es um der inneren Beschaffenheit des Reiches gestellt? Was war am Mythos des römischen Friedens dran? Betrachten wir Verse 1-3. Es ist von einer Schätzung der römischen Welt die Rede. Dieser Reichszensus wird im Tatenbericht des Augustus erwähnt und diente dem Kaiser, besseren Überblick über seine Steuerzahler zu gewinnen. Dazu musste jedermann in seine Vaterstadt einkehren; eine Methode der Volkszählung, die auch hundert Jahre danach noch praktiziert wurde. Und weil Josef ein Nachkomme Davids war, musste er mit Maria nach Bethlehem, der Stadt Davids, reisen. Er musste reisen, mit seiner hochschwangeren Frau, mehr als 150km. Das war die ungeschminkte Realität des römischen Reichs. Du wurdest nicht umgebracht, solange du deine Steuern gezahlt hast; alles verlief friedlich, solange du dich dem Imperator unterworfen hast. Das war das Erfolgsgeheimnis, Wohlstand für viele, ermöglicht durch das vergossene Blut unzähliger Unterworfener. Das angepriesene Reicht legt gerade in unserem Text sein hässliches, grausames und unmoralisches Gesicht offen.

So kam es, dass Jesus in Bethlehem zur Welt kam und nicht in Nazareth. Augustus hatte das uneingeschränkte Sagen und Jesus hatte sich bedingungslos zu fügen, so scheint es. Jesus schien Spielball der Steuer- und Fiskalpolitik des Kaisers zu sein, doch der Schein trügt. Jahrhunderte vorher hatte der Prophet Micha prophezeit: „Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.“ (Mi. 5,1). Der mächtigste Machthaber der Welt hatte sich einer höheren Macht zu fügen. Unbewusst diente Augustus dem Werk Gottes, Jesus nach der Prophezeiung in Bethlehem auf die Welt kommen zu lassen. Er, der als Kaiser, Priester und göttlicher Sohn gefeiert wurde hatte wirklich keine Ahnung dass er dazu gebraucht wurde, Gottes großer Verheißung zu dienen.

Gelobt sei Gott, der lebt und wirkt; sein Wort ist wahr und er ist seinem Wort treu. Während alle großen Herrscher wie ein Cäsar, ein Alexander und Napoleon vergehen und ihre Reiche kollabieren, erweist sich Gott als wahrer Herrscher über die Geschichte, der seinem Sohn alle Macht gegeben hat, im Himmel wie auf Erden. So beten alle Christen der Welt einmütig: „ Dein Reich komme. Dein Wille geschehe“. (Mt. 6,10)

Betrachten wir den Text. So machten sich Josef und Maria auf, um den langen und beschwerlichen Weg nach Bethlehem anzutreten. Welche Umstände überschatteten die ohnehin schwierigen Bedingungen der Geburt Jesu? In den Versen 6 und 7 lesen wir: „Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“ Kannst du nachvollziehen, was wir im Evangelium lesen? Der Herr der Herrlichkeit wurde in eine Krippe gelegt, weil er in einem schmutzigen und stinkenden Stall geboren wurde. Sein Kinderbett war eine unhygienische Krippe, aus der normalerweise Tiere fressen und saufen. Jeder sucht für sein neugeborenes Kind die beste Umgebung und die beste Ausstattung, ein gutes Krankenhaus, ein schönes Kinderzimmer, ein sicheres Kinderbett, Kinderwagen, Kindersitz. Doch schau, der König der Könige und der Herr aller Herren kam nicht im Palast auf die Welt, sondern in einem Stall und lag in einer Krippe. Gottes Werk ist wirklich unfassbar.

Wer wurde eingeladen, den neugeborenen Jesus in der Krippe zu besuchen? Betrachten wir Vers 8. Einfache Hirten hüteten des Nachts ihre Herden. Nichts besonderes, öder Alltag, Schafehüten wie immer, es war dunkel, es war kalt, kein besonders aufregender Job. Doch was geschah? Betrachten wir Vers 9: „Und der Engel des Herrn trat zu ihnen und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.“ Wie aus dem Nichts kam der Engel des Herrn und wie aus dem Nichts leuchtete die Klarheit des Herrn um sie, eine Klarheit, die wir uns kaum vorstellen können, ein helles Licht vom Herrn, voller Herrlichkeit, das nicht zu vergleichen ist, mit dem was wir auf Erden kennen. Die Finsternis wich dem Licht. Die Müdigkeit wich der Aufregung. Die Langeweile wich der Sensation. Die Einöde der Herrlichkeit. Die Klarheit des Herrn veränderte alles. Und die Klarheit des Herrn war verbunden mit der Geburt Jesu Christi. Möge die Klarheit des Herrn auch unsere Herzen erleuchten, die Finsternis beseitigen und den tristen Alltag ausfüllen, mit Begeisterung, Licht und Herrlichkeit.

Wie lautete die Botschaft des Engels für die womöglich zu Tode geängstigten Hirten? Betrachten wir Vers 10: „Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird“.

Warum ist die Ankündigung des Engels so bemerkenswert? Sie ist außerordentlich bemerkenswert, weil er uneingeschränkte Freude ankündigt. Normalerweise ist Freude auf gewisse Ereignisse oder Personengruppen beschränkt und zudem kurzatmig. Beschränkt und kurzatmig, keine schöne Kombination. Ein Beispiel: Ein Angestellter freut sich, wenn sein Monatsgehalt plötzlich um 500,- steigt. Doch dann erfährt er, dass alle seine Kollegen 1000,- mehr bekommen. Was geschieht? Die Freude weicht dem Ärger.

Ein weiteres Beispiel: Als unser Team vor einem Jahr auf der WM in Südafrika Tore schoss, jubelten wir. Und unsere Freude wurde immer großer, weil wir immer weiter kamen. Auf  unvergleichliche Weise wurden die Engländer besiegt und die Argentinier geschlagen. Wir jubelten, doch ganz England und Argentinien trauerten. Die Freude war also auf uns beschränkt. Und wir musste unsere Freude schweren Herzens abgeben, als wir auf die Spanier trafen. So ist es leider mit der Freude in dieser Welt. Sie ist beschränkt und kurzatmig; früher oder später ist sie verflogen.

Deshalb ist die Botschaft des Engels so besonders. Er verkündet eine Freude, die weder beschränkt noch von kurzer Dauer ist. Verstehst du das? Er verkündete eine Freude, nicht von dieser Welt. Sie kam von oben. Eine universelle Freude mit ultimativem Ausmaß, die jedem widerfahren kann, wenn er sich darauf einlässt.

Worauf einlässt? Womit ist die vollkommene Freude verknüpft? Lesen wir die Verse 10 und 11: „Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ Die universale Freude ist untrennbar, untrennbar mit der Person unseres Herrn Jesus Christus verbunden. „denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ Durch ihn, mit ihm und in ihm können wir uns freuen. Durch ihn, mit ihm und in ihm haben wir große Freude, denn er ist unser Heiland. Heiland ist die mittel- und althochdeutsche Übersetzung der lateinischen Bezeichnung „Salvator“, Retter. Jesus ist unser Retter, er ist Christus, der Retter, der lange vor seiner Geburt im AT verkündet war.

Warum ist die umfassende Freude mit einer Person verbunden? Ich erinnere mich an das Jahr 2008, als sich die USA mitten im Wahlkampf befand und der Spiegel auf dem Titelblatt ein Bild von Obama abbildete, mit dem Thema: „Der Messias-Faktor. Barack Obama und die Sehnsucht nach einem neuen Amerika”. Darin sehen wir die verzweifelte Hoffnung der Welt auf einen grundlegenden Wandel in der Welt, in der wir leben. Und als das Unvorstellbare geschah und er Präsident wurde, war fast die ganze Welt entzückt. Die Welt jubelte, auch in fernen Ländern. Die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaft verlieh ihm vor Begeisterung den Friedensnobelpreis, obwohl er noch nichts für die Welt erreicht hatte, außer Präsident zu werden. Schon bald wurde seine Person von Biographen wie Günther und Marschall in Verbindung gebracht, mit Worten wie „„Wunderheiler“ und „Versöhner“, seine Wahlveranstaltungen seien „politische Gottesdienste”. (Er) präsentiere […] sich als „Erlösungsfigur” und „Retter”, welcher „messianische Erwartungen” wecke.“

Hat er die in ihm gesteckten Erwartungen erfüllt, wenigstens für sein Land? Vor nicht allzu langer Zeit wurde die Kreditwürdigkeit der USA hinuntergestuft und der größten Volkswirtschaft der Welt drohte die Zahlungsunfähigkeit. Und letzte Woche fielen die Umfragewerte des Präsidenten auf unter 50%. Die Antwort ist ein nüchternes: „Nein“.

Die Erwartungen, die in ihm gesteckt wurden, zeugen jedoch von einer immensen Sehnsucht der postmodernen Welt, nach einem Hoffnungsträger, nach einer Messias-Figur, nach einem Erretter und Erlöser, der uns herausführt aus der Verkehrtheit und Verlorenheit dieser verdorbenen Welt, ein Heiland, der jeden Menschen versteht und jede Rasse, Kultur und Nation mit offenen Armen empfängt, annimmt und nachhaltig hilft und das unabhängig vom Einkommen, Herkunft und Ansehen. Das Herz schreit nach Hilfe, Heilung und Gerechtigkeit, die Seele sehnt sich nach Halt und Erlösung. Die ganze Welt trachtet nach einer Person, den sie lieben und dem sie zujubeln können, der jedem Menschen Freude schenkt. Und liebe Geschwister, jeder Versuch das Rad neu zu erfinden ist zum Scheitern verurteilt. Warum eine neue Messias-Figur erfinden, wenn wir das Original haben? „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Mt. 11,28) lautet die Einladung Jesu im Evangelium. „Kommt her zu mir“, lädt er dich aus der Tiefe des Raumes, angefangen im Stall, in der Krippe, ein. „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.“ (1.Joh. 5,12) schreibt der Jünger des Herrn. Wer den Sohn hat, der hat allen Grund zur wahren und ewigen Freude, denn er hat alles worauf es im Leben ankommt. (Geschichte mit der Kunstgalerie) Wer den Sohn hat, der hat alles worauf es ankommt. Wer den Sohn hat, der hat allen Grund zur wahren und ewigen Freude.

Diesen Jesus verkündeten die Engel den Hirten und diesen Jesus möchte ich euch ans Herz legen. Komm und schmecke die Freude am Herrn, sie ist in unserer ansonsten so flüchtigen Welt einzigartig.

Welches Zeichen gab der Engel den verängstigten Hirten? Betrachten wir Vers 12: „Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“ „Was für ein merkwürdiges Zeichen“, müssen sich die Hirten erstaunt gedacht haben. „Der Heiland der Welt, der verheißene Christus liegt in einer Krippe? Und wir einfache Hirten sind seine ersten Besucher?“ Diese Vorstellung erweckt einen armseligen Eindruck. Doch welches himmlische Spektakel ereignete sich?

Teil II Friede auf Erden (13-20)

Betrachten wir Vers 13: „Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott“. Alsbald sammelte sich die unzählige Menge der himmlischen Heerscharen und es waren unbeschreiblich viele. Wer kann sich das Bild vorstellen, das sich ereignete? Und wer kann sich ihren Lobpreis vorstellen, als sie anfingen Gott zu loben. Welch ein unvorstellbarer Chor muss es gewesen sein, als die Menge der himmlischen Heerscharen Gott mit der gewaltigen Wucht ihrer Stimmen lobten: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“? Gott gebührt alle Ehre, Lob und Dank, denn er hat uns nicht sitzen lassen in der Finsternis. Als in uns die Fragen aufkamen: „Wer bin ich, wo komme ich her, was geschieht mit mir und was bedeutet mein Leben?“, hat er uns umleuchtet, mit der Herrlichkeit seiner Klarheit. Er gab uns seinen Sohn, der alle Fragen beantwortet. Als wir Schmerzen im Herz fühlten, weil uns keiner verstehen wollte oder konnte, als wir in Feindschaft lebten mit anderen Menschen und in Ungewissheit gegenüber unserm Schöpfer, wer ist Gott, wo ist Gott, wie ist Gott, da umleuchtete uns die Klarheit des Herrn, im Lichte seines Sohnes Jesus. Von ihm, durch ihn und in ihm bekommen wir Frieden und dieser unterscheidet sich von jeglichen Friedensformen dieser Welt. Die pax romana, der sogenannte römische Frieden, war ein Schatten im Vergleich zur Friedensherrschaft des Friede-Fürsten.

Die Menge der himmlischen Heerscharen verkündeten in ihrem Lobpreis wahren Frieden, den die Welt nicht kennt und das angefangen bei den Hirten. Und so mag ein Hirte den anderen erstaunt angeblickt haben und sie alle hatten dieselbe Frage. Und einer fragte den anderen: „Du bist ein Hirte und ich bin ich Hirte. Wir haben ein anstrengendes Leben. Wir arbeiten Tag und Nacht und kümmern uns um die Schafe unseres Herrn und sind vielen Angriffen und Gefahren ausgesetzt. Wir sind unbekannt und in der Welt unbedeutend. Außerdem sind wir schwach und unvollkommen. Können wir Gott überhaupt gefallen? Doch siehe, Gott hat an uns gedacht, die finstere Nacht mit seiner Klarheit umleuchtet und nicht nur einen Engel sondern ganze Heerscharen gesandt. Wir haben also Frieden mit Gott. Ist das nicht phantastisch? Gott bietet uns Frieden an und unsere Herzen glühen. Doch wie ist das möglich? Es ist nur möglich, weil der Heiland geboren ist. In ihm haben wir Frieden.“ Liebe Geschwister, es ist wie Paulus schreibt, wir haben „Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus“ (Röm. 5,1). Denk darüber nach! Wie wertvoll ist Frieden mit Gott! Sie ist mit kein Geld der Welt zu erwerben und mit keinem irdischen Schatz zu vergleichen.

Und so freuten sich die Hirten, weil kein geringerer als Gott persönlich ihnen Frieden geschenkt hatte. Und obwohl sie unter sich viele Streitereien und Unfrieden und böses Blut hatten, konnten sie einander vergeben und lieben, weil jeder von ihnen durch Jesus Frieden mit Gott gefunden hatte. Was für ein Herzenszustand! Frieden mit Gott und Frieden mit Menschen!

Vor wenigen Wochen trug einer von uns in Stuttgart sein Lebenszeugnis vor und ich stellte überrascht fest, dass er ausgerechnet von unserem heutigen Text angesprochen wurde:

„Im [...] Jahr (1972) predigte Dr. Lee das Lukasevangelium. Seine Predigt sprach mich an. Eines Tages, als er Lukas Kap. 2 predigte, berührte mich das Wort schlagartig. Ganz unerwartet wurde ich von der Erkenntnis ergriffen, dass Jesus wirklich niemand anderes als der Christus Gottes für alle Menschen, also mein Retter ist. Plötzlich sah die Welt ganz anders aus. All meine Zweifel verschwanden. Frieden und Zuversicht, die ich in jener Art nicht gekannt hatte, kamen in mein Herz und erfüllten es. Ich dachte: „Nichts fehlt mir mehr. Ich bin total glücklich, auch wenn ich nie heiraten würde.“

Durch den heutigen Text erkannte er folgendes: Wahrer Friede, wahre Freude, wahres Glück kommen nicht durch die Ehegründung. Sie kommen von unserem Herrn Jesus Christus. Eine einfache aber überwältigende Wahrheit! So lesen wir die Worte des Apostels, als er im Gefängnis saß: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ (Phil. 4,4)

Möge Gottes Wort, das so klar geschrieben steht und so klar ist in unserem Kopf, den Weg in das Innerste unseres Herzens finden.

Wie groß ist der Unterschied, ein Leben mit und ein Leben ohne Jesus zu führen? Wir leben in einer Zeit, in der die Politik sich bemüht, für Frieden zu sorgen, um den Bürgern Grund zur Freude zu liefern. Doch wir beobachten wie trotz politischen Friedens und Wohlstand Millionen friedlos, lieblos und unerfüllt leben. Ganz anders aber der Mensch, der mit Jesus lebt.

Paulus und Silas wurden gefangen genommen, hart geschlagen und ins innerste Gefängnis geworfen und ihre Füße wurden in den Block gelegt. Offensichtlich hatten sie keinen politischen Frieden. Aber wir lesen: „Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und die Gefangenen hörten sie.“ (Apg. 16,25) Sie wurden geschlagen und gequält doch sie beteten, sangen Lieder und lobten Gott. Sie hatten Freude und Frieden, selbst im Gefängnis. Wie war das möglich? Es war möglich, weil Jesus in ihren Herzen wohnte.

Vor einer Woche haben wir den Bericht von Herrn Kim, den Präsidenten der PUST, gehört (christliche Universität in Nord Korea). Weil er an Jesus glaubt, wurde er in Nord Korea festgenommen und gefoltert und wir wissen wie grausam das sein kann. Aber nach eigener Aussage fühlte er überhaupt keine Schmerzen, stattdessen fühlte er große Freude und Frieden im Herzen. Er berichtete, dass er nie wieder, nie wieder so große Freude und Frieden gespürt hat.

Als ich vor 2 Monaten in Amerika war, erlebte ich junge Menschen, die große Freude besaßen, nicht weil sie in partnerschaftliche Beziehungen leben, nicht weil sie reich sind, nicht weil sie viel Freizeit genießen. Im Gegenteil, sie haben volle Terminkalender. Doch nirgends, nirgends auf der Welt habe ich Menschen mit so großer und ansteckender Freude gesehen, wie in El Camino, Los Angeles. Warum sind sie so fröhlich, obwohl sie jung und unerfahren und beschäftigt sind? Es gibt nur einen Grund, liebe Geschwister, unser Herr Jesus Christus. Ihre Freude im Herrn brachte eine dunkle, schmutzige und stinkende Garage zum Strahlen, in der sie ihre Gottesdienste feiern. Sie haben Jesus erfahren, erlebt und in ihr Leben und in ihre Gemeinschaft aufgenommen und nun leben, weben und sind sie mit Jesus. Er allein ist die Quelle ihrer großen Freude. Und ich erinnere mich noch gut an die Worte eines jungen Mannes, als er mit Vorfreude in die Zukunft blickte und sagte: „Eines Tages trete ich vor meinem Herrn Jesus und ich möchte von ihm erkannt und durch das Tor des Himmelreichs eingelassen werden.“

Christus schenkt uns wahren Frieden, dir und mir und uns allen. Glaubst du das? Du kannst dem Herrn begegnen und ich kann dem Herrn begegnen. Dir ist große Freude und Frieden verheißen sowie mir. Und in den folgenden Versen lesen wir, wie die Hirten untereinander sprachen: „Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat…Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten…Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“ (15-20)

Das himmlische Fest der Heerscharen steckte die Hirten an und durch die Hirten alle, die die Weihnachtsgeschichte von ihnen erfuhren. Und dieses himmlische Fest hat bis heute nicht aufgehört. Du kannst dabei sein und du kannst dabei sein und du kannst dabei sein. Geh hin und besuche den Herrn, der dich im Stall, in der Krippe, mit offenen Armen empfängt. Vor lauter Freude und Dankbarkeit können wir einstimmige oder mehrstimmige Chöre bilden, wir können anderen erzählen, was wir erlebt haben und wir können wie die Hirten eine begeisterte Gemeinschaft bilden, die Gott preist und für alles lobt, was wir gesehen und gehört haben.

Als ich Jesus vor mehr als 12 Jahren zum ersten Mal in den Evangelien persönlich erfahren habe, fielen alle schwerwiegenden Fragen, die mich seit meiner frühesten Kindheit beschäftigt hatten, sogleich von mir ab. Wie kann ich die Erleichterung beschreiben, als ich endlich befreit wurde, von allen meinen Fragen und Qualen. Ich blickte auf Jesus und erkannte: „Gott lebt!“ Die Erkenntnis schenkte mir große Freude und einen Herzensfrieden, nachdem ich mich mein Leben lang gesehnt hatte. Gott lebt und ist mir wohlbesonnen, obwohl ich sündig bin. Ich habe Frieden, weil Jesus mein Heiland ist.

Freude und Frieden sind Belege unseres Glaubens. Wer die Freude und den Frieden des Herrn hat, der ist wahrhaftig glücklich und er hat wahrhaftig mehr als alles was die Welt zu bieten hat. Wer die Freude und den Frieden des Herrn nicht hat oder verloren hat, für den ist es noch nicht zu spät. Komm zum Herrn und begegne ihm, zum ersten Mal oder  zum wiederholten Mal. Er ist für alle da! Lass dich von der frohen Botschaft erfüllen und erfassen. Möge die frohe Weihnachtsbotschaft uns große und unvergängliche Freude schenken und einen Frieden, der von Gott kommt.

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